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23. Februar 2001, 16:29 Uhr

Börse

Die Kurs-Katastrophe

Die dramatische Talfahrt an den Aktienmärkten in New York und Frankfurt ist nicht zu stoppen. Im Gegenteil - immer neue Hiobsbotschaften treiben die Anleger in die Flucht.

Neuer Markt: Talfahrt und kein Ende
DPA

Neuer Markt: Talfahrt und kein Ende

New York/Frankfurt am Main - Wieder einmal passte alles zusammen. Zuerst die Gewinn- und Umsatzwarnung von Sun Microsystems, dann eine kritische Brancheanalyse des Investmenthauses Goldman Sachs, in der die meisten Mobilfunkunternehmen herabgestuft wurden. Schließlich die Gewinnwarnung von Motorola.

Der zweitgrößte Mobiltelefon-Hersteller der Welt gab vor Börsenstart in New York bekannt, es werde die Gewinn- und Umsatzprognosen für das erste Quartal verfehlen und möglicherweise sogar einen Verlust ausweisen. So oder ähnlich klingen momentan die Nachrichten aller Trendsetter, ob sie Dell heißen oder Compaq, Microsoft oder Apple, Nokia oder eben Motorola. Überall regiert die Unsicherheit, vor allem in der Computer- und Mobilfunkbranche.

Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten. Die US-Technologiebörse Nasdaq rutschte weiter ab und zog vor allem die Technologie- und Wachstumswerte in Europa mit in die Tiefe.

Im Dax brachen die Kurse aller Technologiewerte dramatisch ein und sorgten für ein Absacken des Index um mehr als 200 Punkte. Allein die Telekom fiel nicht weiter, nachdem sie bereits am Vortag kräftige Kursabschläge verkraften musste. Der Nemax 50 rutschte dauerhaft unter die 2000er-Marke. Jetzt könnte der Index auf bis zu 1500 Punkte zurückgehen, befürchten Frankfurter Händler.

"Der Stimmung am Markt ist generell angeknackst", sagte Alexander Koch, Aktienhändler bei der KBC Bank Deutschland. Andere Händler bezeichneten die momentane Situation als "katastrophal".

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