Börse Erleichterung nach dem Ende der UMTS-Auktion

Der deutsche Aktienmarkt hat auf das Ende der UMTS-Auktion und die freundliche Eröffnung der Wall Street positiv reagiert. Nach deutlichen Verlusten am Vormittag schloss der Dax mit einem leichten Minus.


Frankfurt am Main - Der Dax notierte zum Börsenschluss 0,50 Prozent leichter auf 7278 Punkten. Die Wachstumswerte im Nemax-50 verloren 0,50 Prozent auf 5723 Zähler. Der M-Dax gab um 0,42 Prozent auf 4838 Punkte nach.

Freundliche Tendenz in New York

Aus den USA kamen am Donnerstag freundliche Vorgaben, die aber vom Dax nur zum Teil nachvollzogen wurden. Der Dow Jones lag am Donnerstag zum Handelsschluss in Frankfurt mit 0,45 Prozent im Plus bei 11.056 Punkten, Der Nasdaq-Index notierte 1,6 Prozent fester.

Die am Donnerstag vorgelegten Arbeitsmarkdaten hatten es nach Angaben von Analysten wahrscheinlicher werden lassen, dass die US-Notenbank in der kommenden Woche keine Zinsanhebung beschließen wird.

Gewinnmitnahmen beim Dax

Händler in Frankfurt sagten, nach mehreren Tagen mit Zuwächsen beim Dax würden sich Anleger vorsichtiger verhalten und zum Teil Gewinne mitnehmen. Grundsätzlich sei die Stimmung am Markt aber gut.

Im frühen Handel war der Dax bis auf 7214 Punkte abgerutscht, hatte sich nach freundlichen US-Konjunkturdaten und dem Ende der UMTS-Auktion dann aber etwas erholt.

UMTS-Ende hebt die Stimmung

"Endlich hat der Schrecken ein Ende", sagte der Händler einer Frankfurter Bank nach dem Ende der UMTS-Auktion. Mit 98,8 Milliarden Mark habe die Summe der Gebote am Ende deutlich über den Erwartungen der Analysten gelegen.

Fachleute hatten in den vergangenen Tagen wiederholt Befürchtungen geäußert, der hohe Preis könne die Gewinne der Unternehmen deutlich belasten. Dies habe sich zum Teil auch in den Kursverläufen der Aktien in den vergangenen Tagen widergespiegelt, sagte ein Händler. Allerdings ging es unmittelbar nach dem Ende der Auktion mit den Kursen wieder bergauf.

Telekom und Mobilcom legten nach der UMTS-Auktion zu

So stiegen Deutsche Telekom von 46,20 Euro vor dem Versteigerungsende auf 47,19 Euro zum Handelsschluss und lagen damit 0,5 Prozent im Plus. Mobilcom kletterten von einem Tagestief von 106,50 Euro auf 118,90 Euro und notierten damit 2,9 Prozent höher als am Vortag.

E.ON konnten sich indes auch nach dem Ende der UMTS-Versteigerung kaum von ihren Tagesverlusten erholen und schlossen 2,96 Prozent leichter mit 57,35 Euro.

Der Kursverlust bei E.ON führten Händler hauptsächlich auf die am Donnerstag vorgelegten Halbjahreszahlen zurück. Der Energieversorger hatte mitgeteilt, auf Grund gesunkener Strompreise einen geringeren Betriebsgewinn als im Vorjahr auszuweisen.

ThyssenKrupp weiter im Minus

ThyssenKrupp lagen weiter unter Druck und gaben 2,2 Prozent auf 17,20 Euro nach. Das Unternehmen hatte am Mittwoch den Börsengang seiner Stahlsparte abgesagt. Am Donnerstag war der Wert dann von Credit Suisse First Boston herabgestuft worden.

Schering setzte sich im späten Handelsverlauf an die Spitze der Dax-Gewinner. Der Titel gewann 4,76 Prozent auf 66 Euro. Epcos und die Commerzbank konnten ebenfalls gut zulegen. Sie Siemens-Tochter legte 2,22 Prozent auf 96,80 Euro zu und die Coba 1,60 Prozent auf 38,15 Euro.

Verlierer des Tages war die Deutsche Bank, die am Vortag auf einem Allzeithoch notierte und am Donnerstag mit Gewinnmitnahmen kämpfte. Der Titel rutschte um 2,97 Prozent 99,65 Euro.

London schließt etwas leichter

Der britische Wertpapiermarkt hat den Handel am Donnerstag knapp behauptet beendet. Der FTSE-100-Index schloss mit einem Minus von 0,21 Prozent bei 6518 Zählern, deutlich entfernt vom frühen Tagestief von 6482 Punkten. Die Umsätze wurden auf 1,423 Milliarden Aktien geschätzt, wobei Vodafone Airtouch der meistgehandelte Wert waren.

Die schwächeren Telekomtitel hätten den Gesamtmarkt schwer belastet, sagte ein Händler. Die hohen Kosten für die Mobilfunklizenzen der dritten Generation (UMTS) verunsicherten die Investoren, hieß es von Händlerseite. Von den schwächer als erwarteten Umsätzen des britischen Einzelhandels seien auch kaum unterstützende Impulse ausgegangen. Unterstützend habe lediglich die freundliche Wall-Street-Eröffnung gewirkt.

Euro behauptet sich

Der Euro hat sich am Donnerstag angesichts anhaltender Spekulationen über höhere Zinsen in der Euro-Zone und unveränderten Zinsen in den USA bei Kursen nahe 0,9150 Dollar behauptet. Die Währung kostete 0,9148/55 Dollar, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittag in Frankfurt den Referenzkurs mit 0,9140 Dollar festgestellt hatte.



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