Hohe Verluste Börsen brechen wegen Ukrainekriegs noch stärker ein

An den Börsen weiten sich die Verluste wegen des Ukrainekriegs aus. Auf Wochensicht hat der Dax rund ein Zehntel seines Werts eingebüßt. Und Experten fürchten: Es geht weiter bergab.
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Der Krieg Russlands gegen die Ukraine macht sich zunehmend an den europäischen Aktienmärkten bemerkbar. Der deutsche Leitindex Dax, der noch im vergangenen November bei rund 16.290 Punkten ein Rekordhoch erreicht hatte, ist inzwischen in Richtung 13.000 Punkte abgesackt. Am Freitag schloss er mit minus 4,41 Prozent. Im Wochenverlauf hat er damit zehn Prozent eingebüßt und ist inzwischen zurückgekehrt auf den Punktestand von Ende 2020.

Der MDax fiel am Freitag um 4,86 Prozent auf 28.859 Zähler, womit auch der Index der mittelgroßen Werte zurück ist auf dem tiefsten Stand seit Ende 2020. Auf europäischer Bühne setzte sich der Abwärtsdruck ebenfalls vehement fort, und auch in den USA wurden Verluste verzeichnet.

Und in der neuen Woche könnte es weiter abwärts gehen. »Die Verkaufswelle läuft auf vollen Touren«, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. Der V-Dax als Gradmesser für die Verunsicherung der Anleger, der am Tag der russischen Invasion auf den höchsten Stand seit Oktober 2020 gestiegen war, legte weiter zu.

Wichtige Zinssitzung der EZB

In der neuen Woche anstehende Konjunkturdaten, die Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) oder Unternehmensberichte dürften angesichts der Kriegsentwicklungen überwiegend wohl nur am Rande Beachtung finden.

Mit Verhandlungen und Sanktionen wird aktuell versucht, den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Einlenken zu bewegen. Die Strafmaßnahmen gegen Russland treffen aber auch den Westen selbst schwer, der zum Teil stark abhängig von russischen Gaslieferungen ist. »Die scharfen Sanktionen werden auch hierzulande zu Wachstumseinbußen führen, zumal die Energiepreise weiter deutlich steigen und den Verbrauchern Kaufkraft entziehen sowie die Kosten für Unternehmen erhöhen«, schreibt Aktienstratege Markus Reinwand von der Helaba.

Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck, rechnet mit einer angesichts der Unsicherheit »eher abwartenden Haltung« der EZB, die am Donnerstag über den Leitzins entscheidet.

hej/dpa