Börse Metro im Aufwind

Nach einer anfäglichen Berg- und Talfahrt festigte sich bei den deutschen Standardwerten eine freundliche Tendenz. Die Indizes am Neuen Markt lagen ebenfalls im Plus.


Der Dax notierte am Mittag knapp ein halbes Prozent fester und kletterte damit wieder über die Marke von 6900 Punkten. Der Nemax-50 hielt sich mit rund eineinhalb Prozent im Plus.

Händler sagten, der positive Nachlauf zu den US-Börsen habe den Markt erwartungsgemäß nicht allzu lange gestützt. Es fehle an Nachrichten und vor allem an Umsätzen, die eine Bewegung des Marktes auf breiter Front auslösen könnten. "Hier herrscht Aktionismus, aber keine Logik vor", sagte ein Händler mit Blick auf das Handelsgeschehen. Es sei mit einer Tagesspanne beim Dax zwischen 6960 und 6855 Punkten zu rechnen. Beide Extreme testete der Dax bereits im frühen Handel. Unsicherheit kommt Händlern zufolge weiterhin aus den USA, da die Aussichten des dortigen Aktienmarktes wegen der unsicheren Zinsentwicklung getrübt blieben. Auch die jüngsten Änderungen am Steuerreform-Konzept der rot-grünen Bundesregierung im Hinblick auf Veräußerungsgewinne aus Beteiligungsbesitz sei nicht förderlich, hieß es.

Metro wurden laut Händlern von einem Zeitungsbericht gestützt, demzufolge die britische Tesco die Supermarktkette Real von Metro für drei Milliarden Pfund kaufen will. Außerdem lade Metro am Dienstag zur Hauptversammlung, auf der sie eventuell positive Umsatzzahlen bringen könnten, hieß es. Metro gewannen knapp zweieinhalb Prozent.

Als "nicht so ausschlaggebend" sieht ein Händler den von VW of America gemeldeten Juni-Absatz von 33.410 Nutzfahrzeugen. Unternehmensangaben zufolge entspricht der Absatz einer Steigerung um neun Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und ist der beste Juni-Absatz sei 1973. Das sei schon positiv für VW, doch müsse man wegen der schwankenden Automarkt-Konjunktur weiterhin Vorsicht walten lassen. VW verloren knapp ein halbes Prozent.

Nach laut Händlern "wenig überraschenden Geschäftszahlen" verloren dagegen RWE knapp drei Prozent. Die Nachricht über eine Wandelanleihe, die einem Volumen von 30 Millionen Infineon-Aktien entspricht und von Siemens am 10. August ausgegeben werden soll, belastete zunächst Infineon. Siemens stoße damit ihren Infineon-Beteiligung steuerfrei ab, hieß es. Infineon fielen um gut drei Prozent, Siemens gaben knapp ein halbes Prozent nach. Dagegen konnten sich Epcos mit Aufschlägen um die sechs Prozent von ihrem Kurseinbruch in der Vorwoche erholen.

Am Neuen Markt legten Consumer Electronic Zahlen für das erste Halbjahr vor. Demnach wurde der Halbjahresumsatz nach Unternehmensangaben stärker als geplant gesteigert. Zudem kündigten die Münchener einen Aktiensplitt im Verhältnis 1 zu 2 an. Das Papier legte knapp vier Prozent zu.

Umsatz-Spitzenreiter im frühen Handel waren die am Freitag zum ersten Mal am Neuen Markt gelisteten Aktien der Medigene, die knapp vier Prozent verloren.

Bei den Werten aus der zweiten Reihe führten die Aktien von Hoeft & Wessel den Gesamtmarkt zuletzt nach oben, nachdem der Spezialist für mobile Datenerfassungsgeräte zwei neue Großaufträge vermelden konnte. Die Aktien gewannen knapp 28 Prozent.

Der Euro notierte weiterhin fest bei Kursen um 0,953 Dollar.



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