Börse Millionen-Abfindung erleichtert Seifert den Abgang

Der frühere Chef der Deutschen Börse, Werner Seifert, dürfte sich nach seinem schnellen Rauswurf Anfang der Woche zwar gedemütigt fühlen. Er soll aber laut "Financial Times" eine Abfindung in zweistelliger Millionenhöhe bekommen, die ihm über den Trennungsschmerz hinweghelfen könnte.


Ex-Chef Seifert: Einige Aktionäre wollten weniger auszahlen - setzten sich aber nicht durch
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Ex-Chef Seifert: Einige Aktionäre wollten weniger auszahlen - setzten sich aber nicht durch

London - Die "Financial Times" schreibt, Seifert solle zehn Millionen Euro erhalten. Diese Summe sei am Montag in einer spannungsgeladenen Aufsichtsratssitzung diskutiert worden, berichtet das Blatt unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise. Ein Sprecher der Deutschen Börse wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren. Die Höhe einzelner Abfindungen würden grundsätzlich nicht veröffentlicht.

Einige Aktionäre sollen nach Angaben der Zeitung gefordert haben, Seifert solle nur ein Drittel der vertraglich zugesicherten Abfindung bekommen. Der Aufsichtsrat habe jedoch argumentiert, ihm stehe die gesamte Summe zu, da er entlassen worden sei. Die Abfindung wäre eine der höchsten in der deutschen Firmengeschichte.

Unabhängig von der Abfindung hatte Seifert erst in der Woche vor seiner Entlassung knapp 690.000 Euro durch die Ausübung einer Aktienoption erhalten. Nach Angaben der Börse erhalten alle Führungskräfte des Unternehmens solche Aktienoptionen, die in bestimmten Zeitfenstern ausgeübt werden können. Nach den von der Börse im Internet veröffentlichten Pflichtveröffentlichungen hatten Anfang Mai auch eine Reihe anderer Mitarbeiter der Börse von ihren Ausübungsrechten Gebrauch gemacht.



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