Börse Telekom drückt den Dax

Der Dax hat am Montag einen impulslosen Handel schwächer geschlossen. Die Telekom war die mit Abstand schwächste Aktie im Dax. Der Neue Markt konnte sich dagegen gut behaupten.


Frankfurt am Main - Die 30 Dax-Standardwerte verloren 0,5 Prozent auf 7199 Punkte. Der M-Dax notierte mit 4831 Punkten um 0,1 Prozent fester. Am Neuen Markt schloss der Nemax 50 mit 5681 Punkten um 0,1 Prozent fester und damit praktisch auf Vortagesniveau. Der Nemax-All-Share-Index stieg um 12,07 Punkte oder 0,2 Prozent auf 5196,21 Punkte.

Die Deutsche Telekom war die mit Abstand schwächste Aktie im Dax. Das Papier gab 5,3 Prozent auf 43,58 Euro ab und fiel damit auf ein Jahrestief. "Jetzt setzt sich bei den Investoren die Erkenntnis durch, dass die UMTS-Lizenzen zu teuer geworden sind", beschrieb ein Händler die Stimmung für das Börsenschwergewicht. Am Morgen wurde zudem bekannt, dass die Bonner auch für eine solche Lizenz in Schweden mitbieten würden.

Andere Technologietitel blieben von Kursverlusten auch nicht verschont: Die Aktie des Softwareunternehmens SAP sank um 2 Prozent auf 263,53 Euro. An der Spitze der kurzen Gewinnerliste im Dax stand die Henkel-Aktie, die nach guten Unternehmenszahlen in der Vorwoche um nun 6,30 Prozent auf 74,20 Euro und damit auf ein Jahreshoch stiegen. Händlern zufolge hat der Wert damit einen bedeutsamen charttechnischen Widerstand durchbrochen.

Gegen den Trend bei den Autowerten legte das Volkswagen-Papier zu. Die Aktie gewann 2,5 Prozent auf 49,60 Euro. Ein VW-Sprecher hatte zuvor mitgeteilt, dass der Konzern eine Einigung im Streik beim Werk im mexikanischen Puebla innerhalb der kommenden Tage erwarte. Dort werden die meisten VW-Modelle für den boomenden US-Markt montiert.

Neuer Markt: Gut behauptet

Der Neue Markt ist gut behauptet aus dem Montag gegangen. Händler sprachen von einem langweiligen Tag. Sogar weiter steigende Kurse an der US-Technologie-Börse Nasdaq konnten dem Neuen Markt kaum einen positiven Impuls geben. Allgeier fielen nach enttäuschenden Zahlen um 12,2 Prozent auf 23,70 Euro. Buch.de gaben nach einem negativen Kommentar in der Hörersendung von n-tv vom Freitagabend um 7,1 Prozent auf 3,90 Euro nach. Ricardo verloren nach einer Abstufung durch die Analysten von Independent Research 8,5 Prozent auf 28 Euro. Dagegen gewannen Lion Bioscience weitere 22,4 Prozent auf 87,50 Euro. Auch Tomorrow, Pironet und Ixos legten stark zu.

Wall Street: Knapp behauptet

Der Dow Jones fiel bis 20.50 Uhr MESZ um 0,1 Prozent auf 11.031 Punkte. Der Nasdaq Composite verlor gleichzeitig 0,3 Prozent auf 3918,62 Punkte. Der S&P 500 gab 0,3 Prozent auf 1491,36 Punkte nach. Die US-Märkte waren am Morgen mit überraschend klarem Plus in die Handelswoche gestartet, sagte ein Händler. Bei zurückhaltenden Umsätzen und wenigen Unternehmensmeldungen hätte die Wall Street ihre freundliche Anfangstendenz dann auch fortgesetzt. Erst im späten Handel schlug die Stimmung um und Gewinnmitnahmen drückten die amerikanischen Leitindizes unter den Stand vom vergangenen Freitag. Für den Umschwung waren vor allem die Halbleiteraktien verantwortlich.

Europa: Wechselhaft

Der spanische Wertpapiermarkt in Madrid hat den Handel am Montag mit Kursgewinnen beendet. Der Ibex-35-Index schloss 28,0 Punkte im Plus auf einem Stand von 11.093 Zählern. Im Handelsverlauf pendelte der Index in einer Spanne zwischen 10.980 und 11.114 Punkten.

Ein Kursrutsch des Index-Schwergewichts France Telecom hat dagegen zum Wochenbeginn die führenden Werte an der Pariser Börse belastet. Sorgen über hohe Ausgaben für europäische UMTS-Lizenzen bei den Telekommunikationswerten belasteten den Leitindex CAC-40 und drückten ihn um 22,72 Punkte auf 6.571 Zähler bei einem Handelsvolumen von 2,2 Milliarden Euro.

Knapp behauptet haben hingegen die Werte an der Londoner Börse am Montag den Handel geschlossen. Der FTSE-100-Index verlor 0,1 Prozent bzw 1,5 Punkte auf 6.542,2 bei einem gehandelten Volumen von 1,2 Milliarden Aktien. Die Wertpapierbörse in Amsterdam hat den ersten Tag der Handelswoche am Montag knapp behauptet beendet. Der AEX-Index verlor 0,3 Punkte auf 693,45 Punkte.

Devisen: Euro gefallen

Der Kurs des Euros zum Dollar ist am Montag auf dem Devisenmarkt gefallen. Ein Euro kostete um 21.00 Uhr MESZ 0,90160 Dollar nach 0,90670 am Freitag. Daraus ergibt sich für den Dollar zur Mark ein Kurs von 2,1690 Mark (2,1577).

Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 274,60 Dollar gefixt nach einem Vormittagsfixing von 276,40 Dollar.



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