Börse Telekom nähert sich Jahrestiefstand

Der deutsche Aktienmarkt konnte seine Talfahrt zum Mittag nicht beenden. Der Handel sei mit Blick auf die morgige Sitzung der US-Notenbank verhalten. Außerdem zieht die Telekom den Dax weiter nach unten.


Frankfurt am Main - Der Dax gab zum Mittag um knapp ein Prozent nach, am Neuen Markt büßten die im Nemax-50 zusammengefassten Wachstumswerte 0,4 Prozent ein.

Anleger zeigten sich wohl mit dem Hinweis auf die Sitzung der US-Notenbank am Dienstag zurückhaltend, sagten Händler. Nachdem dieses Treffen nun seit Wochen als Entschuldigung für die verpatzte Sommerrallye herhalten musste, könnten höchstens einige Spekulanten den Markt bewegen. Die Mehrheit der Marktteilnehmer rechnet nicht damit, dass Alan Greenspan die Zinsen erhöhen wird.

Auf der Verliererseite steht die T-Aktie, die knapp dreieinhalb Prozent abgibt und sich damit ihrem Jahrestief wieder bedenklich nähert. "Es ist immer noch die UMTS-Geschichte", so ein Händler. Schließlich rechneten nun die Analysten die Kosten hoch und setzten diese den potenziellen Kunden gegenüber. Dabei brauche man schon viel Phantasie, um sich einen finanziellen Erfolg vorstellen zu können, heißt es. Siemens dagegen gelten als Profiteur vom Aufbau der Infrastruktur für die dritte der Mobilfunkgeneration. Die Aktie stieg um gut eineinhalb Prozent.

Ansonsten verloren die Technologiewerte aber weitgehend. Infineon gaben rund ein Prozent ab, Epcos verbilligten sich um gut eineinhalb Prozent. SAP verloren sogar knapp drei Prozent.

Deutsche Bank leiden Händlern zufolge unter einer Herunterstufung von Merrill Lynch und verloren rund ein Prozent. Auch Commerzbank büßten knapp eineinhalb Prozent ein, HypoVereinsbank erholten sich zum Mittag hingegen und legten um knapp ein Prozent zu.

Nachdem die Aktie des Berliner Pharmaunternehmens Schering in den vergangenen Wochen deutlich an Wert gewonnen hatte, setzten Händlern zufolge Gewinnmitnahmen ein. Das Wertpapier verbilligte sich um knapp dreieinhalb Prozent

E.on tendierten zunächst mit dem Markt schwächer, gewannen im Handelsverlauf jedoch knapp ein Prozent. Händlern zufolge könnten die erneuten Fusionsgerüchte zwischen der französischen Suez Lyonnaise und dem Düsseldorfer e.on-Konzerns Auslöser für den Umschwung sein. Die Aktien des Konkurrenten RWE, der nach Presseberichten ebenfalls als Partner für Suez im Gespräch ist, gaben dagegen leicht nach.

Zu den Gewinnern am Neuen Markt zählten Highlight Communications, die am Morgen ihre Halbjahreszahlen präsentierten. Die Schweizer konnten den Umsatz in den ersten sechs Monaten im Jahresvergleich um 108 Prozent auf 68,9 Millionen Schweizer Franken steigern. Der Gewinn erhöhte sich mit plus 305 Prozent überproportional. Die Aktien gewannen zum Mittag eineinhalb Prozent.

Amatech und Philips Semiconductors kündigten an, dass sie im Bereich kontaktloser Datenträger zusammenarbeiten wollen. Zudem werde Philips ab 2001 Chips für die Herstellung kontaktloser Smart Cards an Amatech liefern, hieß es. Amatech verteuerten sich daraufhin um rund vier Prozent.

Der Euro hat die Woche schwächer begonnen und sich weiterhin klar unter der Marke von 0,91 Dollar bewegt. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Mittag bei 0,902 Dollar gehandelt.



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