Börse Telekom unter Druck

Die Eröffnung an der Wall Street brachte den deutschen Aktienmärkten keine neuen Impulse. Dax und Nemax 50 blieben in der Nähe ihrer Vortagesstände.


Frankfurt am Main - Bis zum frühen Abend ging der Dax mit rund 0,2 Prozent wieder leicht über seinen Vortagesschluss, der Nemax 50 büßte dagegen gut ein halbes Prozent ein. Der Dow Jones lag zu Handelsbeginn in den USA mit rund einem halben Prozent im Minus, der Nasdaq verbesserte sich um rund ein halbes Prozent.

Feiertagsbedingt waren einige Börsen in Europa und die süddeutschen Regionalbörsen geschlossen, was nach Händlerangaben zu geringeren Umsätzen und einem überwiegend trägen Geschäft im Dax beitrug.

Die Liste der Gewinner führten am Mittwoch erneut Autowerte an: DaimlerChrysler und VW gewannen mehr als drei Prozent, BMW verteuerten sich um rund eineinhalb Prozent. Händlern zufolge haben Anleger erkannt, dass die momentanen Kurse noch günstig seien und dies hätte ihre Kauflust entfacht.

Größter Verlierer im Dax waren Schering mit einem Verlust von knapp fünf Prozent. Händler begründeten dies mit der Enttäuschung der Anleger über das operative Ergebnis und die Verschiebung des Börsengangs der Tochter Metagen.

Unter Druck waren auch Deutsche Telekom, die sich um mehr als zwei Prozent verbilligten. Dafür konnten Händler zunächst keine Erklärung finden.

Nach den guten Zahlen fiel die Deutsche-Bank-Aktie um ein halbes Prozent. Ein Großteil der Kurssteigerung sei bereits vorweggenommen worden, meinte ein Marktteilnehmer. Das Papier der Dresdner Bank fiel vor Bekanntgabe der Zahlen am morgigen Donnerstag um mehr als zwei Prozent. Der Markt rechne mit schwindenden Margen bei der zweitgrößten deutschen Bank, sagte ein Börsianer.

"Mit der Intershop-Aktie steht und fällt am heutigen Handelstag der Neue Markt", prophezeite der Aktienhändler Steffen Krautwald von M.M. Warburg. Am Vortag habe die Aktie den Markt mit einem Minus von mehr als 20 Prozent stark belastet. Die vom Hersteller von Shopsoftware fürs Internet vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal seien wenig überzeugend gewesen. Und der Ausblick für das Gesamtjahr, wonach Intershop statt einem Break-Even deutlich rote Zahlen beim Ergebnis erwartet, sei enttäuschend.

Die Aktien von Intershop fielen um rund ein Prozent. Weitere Kursverluste gab es auch bei dem Nemax-Schwergewicht EM.TV mit knapp drei Prozent. Zu den größten Gewinnern gehörten United Internet mit über 16 Prozent plus, nachdem Gerüchte über einen Einstieg der Telekom kursierten.

Die Aktie des Börsenneulings Borussia Dortmund konnte sich auch am zweiten Handelstag nicht verbessern und notierte mit rund 9,85 Euro weiter deutlich unter ihrem Ausgabepreis von 11 Euro.

Die Europäische Gemeinschaftswährung stabilisierte sich im europäischen Handel weiter bei Kursen um 0,858 Dollar.



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