Börse Telekom zieht Dax nach unten

Heftige Kurseinbrüche bei der Telekom und Metro haben die deutschen Standardwerte am Montag ins Minus gezogen. Die Kursverluste an der New Yorker Börse belasteten die Dax-Werte zusätzlich.


Frankfurt am Main - Der Dax gab zum Schluss um 0,61 Prozent auf 7328 Punkte nach. Am Neuen Markt verlor der Nemax-50 um 0,23 Prozent auf 6235 Zähler. Der M-Dax behauptete sich knapp mit minus 0,03 Prozent bei 4650 Punkten.

Der Aktienhandel sei wegen der Flut von Unternehmensmeldungen recht rege verlaufen, sagten Händler. Hohe Kursverluste bei der Deutschen Telekom, Metro, HypoVereinsbank und DaimlerChrysler hätten das Börsenbarometer gedrückt.

Von 30 gehandelten Standardwerten wiesen trotz der Dax-Verluste 21 Titel Gewinne und acht Verluste auf, bei einem unverändert notierenden Papier. Insgesamt wechselten rund 55 Millionen Aktien von Dax-Titeln ihren Besitzer, was Händler als überdurchschnittlich bezeichneten.

Dow Jones knapp behauptet

Die Wall Street präsentierte sich zu Börsenschluss in Deutschland knapp behauptet. Der Dow Jones wies einen leichten Abschlag von 0,20 Prozent auf 10.712 Punkte aus. Der Nasdaq stand mit 2,20 Prozent im Minus bei 4004 Zählern.

Am Neuen Markt beklagten Händler fehlende Impuse. Einem Händler zufolge werde der Nemax auch in den kommenden Wochen eine "auf und ab"-Bewegung zeigen. "Die Sommerflaute lässt einfach keine einheitliche Bewegung zu." Bei den geringen Umsätzen und ohne fundamentale Daten bewege sich der Markt wie ein "Jojo".

Telekom auf Talfahrt

Die Ankündigung der Übernahme der US-Telefongesellschaft VoiceStream schickte nach Händlerangaben den Kurs der Deutschen Telekom auf Talfahrt. Die T-Aktie stürzte um knapp zwölf Prozent auf 48,79 Euro und war damit größter Dax-Verlierer. Der Kaufpreis für den amerikanischen Mobilfunkbetreiber werde allgemein als zu hoch empfunden, hieß es im Handel.

Zweitgrößter Kursverlierer war Metro mit einem Abschlag von 8,4 Prozent. Der Einzelhändler war zuvor Spekulationen um angebliche Beteiligungsverkäufe entgegen getreten. Dies nehme die Fusionsphantasie aus der Aktie, sagten Händler. Außerdem seien Gewinnmitnahmen für den Kursverfall verantwortlich, hieß es.

HypoVereinsbank: Fusion belastet Kurs

Der Aktienkurs der HypoVereinsbank brach trotz Fusionsankündigung um gut fünf Prozent auf 64,75 Euro ein. Die HypoVereinsbank und die Bank Austria wollen sich zusammen schließen. Händler sagten, Arbitragegeschäfte und die relativ hohe Abschreibung auf den Firmenwert der Bank Austria hätten den Kurs belastet.

Commerzbank verbilligten sich nach Vorlage ihrer Halbjahreszahlen um 0,6 Prozent. Deutsche Bank kletterten um knapp ein Prozent auf 98,80 Euro. Im Verlauf hatte der Bankenwert ein neues Jahreshoch bei 100 Euro gesehen.

Spekulationen drücken DaimlerChrysler-Kurs

Die Dividendenpapiere von DaimlerChrysler wurden nach Händlerangaben von Gerüchten über eine Gewinnwarnung gedrückt. Das "Wall Street Journal" hatte am Montag berichtet, der Automobilkonzern werde am Mittwoch bei der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen eine Gewinnwarnung abgeben. Der Konzern nahm zu dem Bericht keine Stellung und bezeichnete ihn als Spekulation. Der Automobilwert verringerte sich um 1,8 Prozent auf 58 Euro.

Die Versicherungen profitierten Händlern zufolge weiterhin von der Steuerreform. Allianz stiegen um 1,3 Prozent, Münchener Rück um 2,4 Prozent.

Chemie- und Pharmawerte im Plus

Auf der Gewinnerseite sahen sich auch die Chemie- und Pharmawerte sowie die Technologieaktien wieder. So zogen BASF um 1,7 Prozent, Bayer um 1,5 Prozent, Fresenius Medical Care um 0,9 Prozent und Henkel um gut vier Prozent auf 68 Euro an. Henkel hatten im Verlauf ein neues Jahreshoch bei 68,30 Euro markiert. Händler sagten, das es am Markt zu Kapitalumschichtungen gekommen sei. Die Börsianer seien aus Deutscher Telekom und Metro in die Chemie- und Pharmawerte gegangen.

Bei den Hochtechnologiewerten gewannen Siemens 3,3 Prozent, SAP knapp ein Prozent und Epcos 1,8 Prozent.



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