Börsen Dow und Nikkei ziehen Dax ins Minus

Trübe Stimmung auf dem Frankfurter Parkett: Nach schwachen Vorgaben aus den USA und Asien hat der deutsche Aktienmarkt seine Talfahrt fortgesetzt. Der sinkende Ölpreis verstärkt die Rezessionsangst an den Börsen.


Frankfurt am Main - Die Verluste waren quasi vorprogrammiert: Nach schwachen Vorgaben aus den USA und Asien ist auch der Dax Chart zeigen mit Verlusten in den Tag gestartet. An der Frankfurter Börse rutsche der Leitindex in der ersten Handelsstunde um rund 2,9 Prozent ab und notierte bei 4648 Punkten. Auch an anderen europäischen Börsenplätzen begann der Handel mit Verlusten. Auf dem Londoner Börsenparkett sackte das Börsenbarometer FTSE 100 Chart zeigen um 1,5 Prozent ab (4165 Punkte). In Paris verlor der Leitindex CAC-40 Chart zeigen rund 2,7 Prozent (3381 Punkte).

Börsenhändler in Frankfurt: Rezessionsängste drücken Kurse erneut
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Börsenhändler in Frankfurt: Rezessionsängste drücken Kurse erneut

Besonders deutlich gerieten im frühen Geschäft die Aktien der Hypo Real Estate Chart zeigen unter Druck, sie verloren mehr als fünf Prozent. Auch die Titel der Allianz Chart zeigen, K+S und E.on Chart zeigen reihten sich mit Abschlägen von rund vier Prozent auf der Verliererseite ein. Zu den wenigen Gewinnern zählten dagegen die Aktien von Infineon Chart zeigen, die um 0,2 Prozent zulegten. Allerdings hatten Infineon am Dienstag über fünf Prozent verloren.

Zuvor waren die Börsen in Asien erneut abgestürzt: Neue Rezessionsängste und schwache US-Vorgaben hatten die Tokioter Börse tief in die roten Zahlen gedrückt. Der Nikkei-Index Chart zeigen der 225 führenden Werte verlor 6,8 Prozent und schloss mit 8674 Punkten. Damit gab er seine Gewinne vom Vortag weitgehend wieder ab. Auch an den anderen asiatischen Handelsplätzen überwogen die Verluste. Shanghai, Singapur, Südkorea und Australien notierten schwächer. Dagegen konnten sich Taiwan und Hongkong etwas verbessern.

Schlechte Vorgaben aus den USA

Die asiatischen Börsen reagierten damit auf sich verstärkende Rezessionsängste und schlechte Vorgaben aus den USA: Der Dow-Jones-Index Chart zeigen der Standardwerte hatte den Handel am Dienstag mit 2,5 Prozent im Minus beendet. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 3,1 Prozent auf 955 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Chart zeigen gab 4,1 Prozent auf 1696 Punkte nach.

Außerdem deutet der deutlich sinkende Ölpreis auf einen Rückgang der Weltwirtschaft hin. Die Ölpreise setzten ihre Talfahrt vom Vortag fort und fielen erstmals seit Monaten unter 70 Dollar. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Dezember kostete im frühen Handel 69,40 US-Dollar. Das waren 2,78 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent, ebenfalls zur Auslieferung im Dezember, gab um 2,56 Dollar auf 67,16 Dollar nach.

Händler begründen die seit Wochen zu beobachtende schwache Tendenz der Ölpreise vor allem mit Rezessionsängsten - das Nachlassen des Wirtschaftswachstums würde auch die Ölnachfrage drosseln. Außerdem ist der Dollar inzwischen wieder deutlich stärker als im Sommer, der Euro sank mit 1,27 Dollar auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren. Die wahrscheinliche Förderkürzung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) in dieser Woche habe den Abwärtstrend der Ölpreise nur zwischenzeitlich stoppen können, heißt es. Zudem werden mittlerweile Zweifel laut, ob die Opec-Staaten eine Kürzung der Fördermenge überhaupt umsetzen können, da ein Großteil der Mitgliedsländer auf die Öl-Einnahmen angewiesen ist.

sam/Reuters/dpa-AFX/AFP



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