Börsenaufsicht Insider-Verdacht gegen BMW-Mitarbeiter

Als bei BMW die Verkaufspläne für Rover bekannt wurden, sollen einige BMW-Mitarbeiter ihr Insiderwissen an der Börse genutzt haben. Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) hat dazu jetzt eine Prüfung eingeleitet.


BMW-Zentrale in München
DPA

BMW-Zentrale in München

Frankfurt am Main - Bei den Untersuchungen dürfte es nach Angaben aus Branchenkreisen um den Verkauf der britischen BMW-Tochter Rover Cars Mitte März diesen Jahres gehen.

Bereits zwei Tage vor Bekanntgabe der Verkaufspläne hatten Medien über das Vorhaben berichtet. Zeitgleich war es zu größeren Kursausschlägen bei der BMW-Aktie gekommen.

Der Insider-Tatbestand ist nach dem Aktiengesetz erfüllt, wenn Personen, die durch ihre Tätigkeit vor der Öffentlichkeit von Tatsachen erfahren, die Einfluss auf den Aktienkurs haben, ihr Wissen ausnutzen und Aktien kaufen oder verkaufen. Darauf steht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Auch die Weitergabe solcher Informationen wird bestraft. Bei einem konkreten Verdacht darauf müsse die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden, erklärte die BAWe-Sprecherin.

Daneben ermittelt das BAWe in der Sache auch wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Pflicht zur Ad-hoc-Publizität. An dem fraglichen Tag, dem 16. März waren Informationen zu dem Rover-Verkauf nach der Aufsichtsratssitzung an die Öffentlichkeit geraten, bevor BMW selbst eine Ad-hoc-Mitteilung publiziert hatte. Der einen Tag später bekannt gegebene Verkauf der Geländewagensparte Land Rover an Ford war nicht über eine Ad-hoc-Veröffentlichung mitgeteilt worden. Einen Verstoß gegen die Publizitätsvorschriften kann das BAWe selbst mit einer Buße von bis zu drei Millionen Mark ahnden.



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