Börsenausblick "Das sind keine guten Nachrichten"

Zum Wochenausklang herrscht Kleinmut an den Märkten. Der Ölpreis steigt schon wieder, in Amerika und Japan geben die Indizes nach - keine guten Vorgaben für den Dax.


New York/Tokio/Frankfurt - Die Wall Street hat gestern Kursverluste auf breiter Front verbucht. Es gab eine ganze Serie negativer Wirtschaftsnachrichten, die die Anleger nervös stimmten. Viele Händler nahmen angesichts des bevorstehenden langen Wochenendes Glattstellungen vor, weil sie keine Risiken eingehen wollten. Am Montag sind die US-Börsen und -Finanzmärkte wegen des Unabhängigkeitsfeiertages geschlossen.

Händler in Frankfurt: Belastende Vorgaben
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Händler in Frankfurt: Belastende Vorgaben

Der Dow Jones Chart zeigen gab um 101,32 Zähler oder 0,97 Prozent auf 10.334,16 Punkte nach. Der Nasdaq Composite Chart zeigen sackte wegen der schwachen Verfassung von Technologieaktien um 32,24 Zähler oder 1,57 Prozent auf 2015,55 Punkte ab.

Den Handel beschrieben Beobachter als lebhaft und nervös. Amerikanischen Investoren wurden mit Kommentaren über den Beginn der Zinswende nach vier Jahren fallender und extrem niedriger Zinsen überschüttet. Die US-Notenbank hatte die Leitzinsen am Vortag von einem Prozent auf 1,25 Prozent erhöht. Hinzu kamen relativ schlechte Nachrichten der amerikanischen Landesarbeitsämter. Die Analysten warteten gespannt auf die am Freitag erfolgende Bekanntgabe der US-Arbeitslosenzahlen für Juni.

Warnzeichen auch aus der Autobranche: General Motors Chart zeigen hatte im vergangenen Monat im heimischen Markt trotz hoher Verkaufshilfen einen Absatzrückgang von 15,1 Prozent verbucht. Der Verkauf bei Ford Chart zeigen fiel ebenfalls. Immerhin konnten die deutschen Autobauer - abgesehen von Volkswagen Chart zeigen - die Absätze in Amerika steigern.

Zudem habe der erneute Anstieg der Ölpreise die Stimmung am Markt belastet, sagten Börsianer. Die Trendwende an den Ölmärkten hatten die wieder gesunkenen Ölvorräte der USA und die Feststellung Saudi-Arabiens, die Ölpreise bewegten sich derzeit auf einem angemessenen Niveau, ausgelöst.

"Das sind keine guten Nachrichten. Wir könnten erleben, dass der Ölpreis wieder auf 40 Dollar anzieht", sagte Michael Metz, Stratege bei Oppenheimer & Co. Für ein Barrel (knapp 159 Liter) der marktführenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im August wurden am Abend in London mit 36,05 Dollar 1,55 Dollar mehr als am Vortag verlangt.

Angesichts der miesen Vorgaben gab auch die Börse in Tokio am Freitagvormittag nach. Der Nikkei Chart zeigen sank bis zur Handelsmitte um 168,16 Punkte oder 1,41 Prozent auf 11.727,85 Punkte. Der breit gefasste Topix gab 13,64 Punkte oder 1,15 Prozent nach und notierte beim Zwischenstand von 1174,78 Punkten.

Der Dollar wurde um 11.00 Uhr Ortszeit fester mit 108,99-109,02 Yen nach 108,06-08 Yen am späten Donnerstag gehandelt. Der Euro notierte im frühen Geschäft zum Dollar fester mit 1,2164-67 Dollar nach 1,2158-60 Dollar am späten Vortag.

Keine guten Vorgaben also für den Dax Chart zeigen. Bereits am Donnerstag hat der deutsche Leitindex Angeführt von Kursverlusten der Münchener HypoVereinsbank Chart zeigen tiefer geschlossen. Der Dax beendete den elektronischen Handel auf Xetra mit einem Verlust von 0,44 Prozent auf 4035 Punkten.

Das Umfeld dürfte heute kaum geeignet sein, Aufbruchstimmung zu verbreiten. Rund eine Stunde vor Handelsbeginn zeigten dies auch die Indikatoren des vorbörslichen Handels. So ermittelte Lang & Schwarz den Dax bei 4029 Punkten und die Deutsche Bank berechnete 4024 Punkte.

Aixtron will zukaufen

Im TecDax Chart zeigen könnte die Aktie von Aixtron Chart zeigen in den Blick der Anleger rücken. Der deutsche Halbleiterausrüster Aixtron will das amerikanische Unternehmen Genus für insgesamt 117,7 Millionen Euro übernehmen.

Die Transaktion solle durch einen Aktientausch bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. Die Aktionäre des Halbleiterausrüsters Genus sollen je Aktie 0,51 Aixtron-Hinterlegungsscheine (American Depository Receipt/ADR) erhalten, wobei ein ADR einer Aixtron-Aktie entspricht.

Billigflieger-Zoff in Hannover

Die Nachrichten aus den Unternehmen jedenfalls können am Freitag kaum Impulse für den Dax liefern. So zeichnet sich in der Reisebranche ein handfester Streit ab. Der Reisekonzern Tui Chart zeigen droht dem Flughafen Hannover Presseberichten zufolge für den Fall einer Ansiedlung der Billigfluglinie Easyjet mit der Verlagerung des Tui-Ferienfliegers Hapag-Lloyd-Flug.

Davon seien möglicherweise rund 1100 Arbeitsplätze am Flughafen betroffen, schreiben die "Hannoversche Allgemeine" und die "Neue Presse". Im Streit um die Ansiedlung von Easyjet hatten bereits die Billigflieger Hapag-Llyod-Express, Air Berlin und German Express mit dem Rückzug aus Hannover gedroht.

Siemens legt Standortpläne auf Eis

Die Siemens Chart zeigen hat derweil Pläne zum Ausbau des Standorts Braunschweig vorläufig auf Eis gelegt. Grund sei, dass die Höhe des Vergabevolumens der Deutschen Bahn noch nicht bekannt sei, sagte ein Sprecher der Siemens-Sparte Transportation Systems der "Braunschweiger Zeitung" (Freitag).

Die Bahn sei aber einer der Hauptkunden im Geschäftsgebiet Bahnautomatisierung. Ursprünglich habe Siemens rund elf Millionen Euro in Erweiterungsbauten in Braunschweig investieren wollen. Dort arbeiten etwa 3600 Mitarbeiter.

EM.TV: Schadenersatz von Haffa gefordert

Der Filmrechtehändler EM.TV Chart zeigen fordert von früheren Vorständen und Aufsichtsräten wegen Fehlverhalten beim Erwerb der Formel-1-Beteiligung im Jahr 2000 rund 130 Millionen Euro Schadenersatz.

Betroffen seien die früheren Vorstandsmitglieder Thomas und Florian Haffa, Ulrich Goebel und Hans-Peter Vriens sowie die ehemaligen Aufsichtsratsmitglieder Nickolaus Becker, Axel Kollar und Mathias Schwarz, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend nach Börsenschluss mit.

EADS will nächste Ariane-Generation bauen

Das Nachfolgemodell der heutigen Ariane-Rakete soll einem Pressebericht zufolge von einem neuen Gemeinschaftsunternehmen aus dem Luftfahrtkonzern European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) Chart zeigen und dem italienischen Finmeccanica-Konzern entwickelt und gebaut werden.

Die Sparte EADS Space Transportation und Finmeccanica hätten in einem Vorvertrag ein Unternehmen mit 70 Prozent EADS- und 30 Prozent Finmeccanica-Anteil vereinbart, berichtete die "Financial Times Deutschland". Das Unternehmen solle als industrieller Generalunternehmer für die nächste Raketengeneration tätig werden, sagte der Leiter wieder verwendbare Systeme der EADS Space Transportation, Axel Roenneke, der Zeitung. Die Ablösung der Ariane 5, die seit diesem Jahr von der EADS als Hauptauftragnehmer gebaut wird, wird 2020 erwartet.



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