Börsenausblick Feste Eröffnung erwartet

Anleger bleiben optimistisch. Nach den Kursgewinnen in den USA ist der Nikkei über 11.000 Punkte geklettert. Hoffnung auf Konjunkturerholung treibt die Kurse. Autotitel und die Deutsche Bank stehen im Fokus - es gibt neue Fusionsgerüchte.


Frankfurt am Main - Die Börse denkt weit im voraus: Obwohl die aktuellen Wirtschaftsdaten bedrückend sind, könnte sich bei den konjunkturellen Frühindikatoren ein Stabilisierungskurs andeuten, meinen Analysten. Beim US-Verbrauchervertrauen, das am Dienstag bekannt gegeben wird, rechnen Experten mit leichten Verbesserungen gegenüber dem Vormonat. Am Mittwoch wird die US-Notenbank in ihrem "Beige Book" Stellung zur gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage nehmen. Am Freitag folgen die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt sowie der Chicago Einkaufsmanager-Index.

44 Prozent Zuwachs im Dax

Die deutschen Indizes, die den US-Börsen in der Regel treu folgen, könnten bei einer Aufhellung der Konjunktur in den USA ihre deutliche Erholung fortsetzen. Allerdings wächst das Risiko von Gewinnmitnahmen. Seit den Tiefständen im September hat der Dax rund 44 Prozent und der Nemax 50 rund 100 Prozent an Wert gewonnen. Die Analysten von HSBC Trinkhaus rechnen deshalb in dieser Woche mit einer Konsolidierung.

Comeback der Autotitel?

Der Dax hatte zum Wochenschluss 0,5 Prozent auf 5150 Punkte zugelegt. Besonders die Autowerte DaimlerChrysler und Volkswagen waren spürbar geklettert, obwohl die deutsche Autoindustrie nach Angaben des Branchenverbandes VDA von Montag ein schwieriges erstes Halbjahr 2002 erwartet. Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat erwartungsgemäß die neue Konzernstruktur verabschiedet. DaimlerChrysler könnte von einer Erholung in Nordamerika überproportional profitieren und nimmt wieder Kurs auf die 50-Euro-Marke.

Neue Spekulationen um Deutsche Bank

Die Aktie der Deutschen Bank hatte sich zum Wochenschluss schwächer gezeigt, könnte am Montag aber von erneut aufgeflammten Fusionsgerüchten profitieren. Nach Berichten des britischen "Independent" könnte Lloyds TSB eine erneute Annäherung an die Deutsche Bank wagen. Dabei setze Lloyds offenbar auf den Deutsche-Bank-Kronprinz Josef Ackermann, der im Gegensatz zu Rolf Breuer einem Umzug der Deutschen Bank von Frankfurt nach London weniger abgeneigt sein soll.

Telekom und T-Online mit Quartalszahlen

Am Mittwoch veröffentlicht die Deutsche Telekom ihre Quartalsbilanz. Analysten hatten sich von den Ende Oktober veröffentlichten vorläufigen Zahlen in der Mehrzahl enttäuscht gezeigt. Befürchtungen, ehemalige Voicestream-Aktionäre könnten Anfang Dezember den Markt erneut mit Aktien überschwemmen, hatten die T-Aktie in der Vorwoche belastet.

Am Donnerstag folgt der Reisekonzern Preussag mit seiner Neunmonatsbilanz: Das Touristikgeschäft hat seit den Anschlägen am 11. September gelitten, jedoch hoffen Marktteilnehmer auf eine Rückkehr der Reiselust am Jahresende. Auch der Rückversicherer Münchener Rück veröffentlich am Donnerstag seine Zahlen.

Neuer Markt: Auf gefährlichen Höhen

Nach der rasanten Kurserholung könnte ein weiterer Aufschwung allenfalls von der großen Liquidität am Markt getragen sein, sagten Händler. Das Risiko von Gewinnmitnahmen sei groß. Am heutigen Montag legt Viva Media seine Quartalsbilanz vor, am Dienstag folgt unter anderem das Nemax-50-Schwergewicht D.Logistics. Am Mittwoch folgt die Telekom-Tochter T-Online Am Freitag folgen die 9-Monatszahlen von Kinowelt und Senator Entertainment.

Nikkei über 11.000 Punkten

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat zum Wochenauftakt kräftige Gewinne verbucht. Erstmals seit drei Monaten schloss der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte über der psychologisch wichtigen Marke von 11.000 Punkten. Zum Handelsende notierte das fernöstliche Kursbarometer einen deutlichen Gewinn von 367 Punkten oder 3,4 Prozent bei 11.064 Punkten. Besonders exportorientierte Titel profitierten: Händler führten die Abschwächung des Yen zum US-Dollar als Grund für die Erholung der Exporttitel an.

Der Euro notierte am Montag Morgen etwas fester, blieb aber 0,88 Dollar. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung mit 0,8797 Dollar gehandelt.



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