Börsenausblick Gute Vorgaben, pessimistische Prognosen

Nach der Erholung an der Wall Street rechnen Händler heute mit einem behaupteten Start. Die Stimmung bleibt auf Grund der pessimistischen Prognosen von Corning und Alcatel jedoch gedrückt.


Frankfurt am Main - Feste US-Börsen haben bereits am Montag ein Kursdesaster in Europa verhindert. Der Dow Jones schloss 0,5 Prozent fester: Telekomgigant AT&T war mit einem Plus von knapp zwölf Prozent größter Gewinner im Index, nachdem Comcast 58 Milliarden Dollar für das Kabelnetz des Konzerns geboten hatte. Der Nasdaq Composite kletterte um 1,1 Prozent und zog auch den Neuen Markt nach oben.

Die Stimmung im Technologie- und Telekomsektor bleibt aber gedrückt. Der weltgrößte Glasfaserhersteller Corning fährt das Lichtleitergeschäft weiter zurück und streicht 1.000 Stellen. Eine spürbare Erholung im Telekommunikationsmarkt sei erst in zwölf bis 18 Monaten zu erwarten, teilte Corning nach Börsenschluss mit. Auch der französische Telekomausrüster Alcatel will in den USA weitere 2500 Arbeitsplätze abzubauen.

Bayer bestätigt Übernahme von Aventis CropScience

Pharmatitel tendierten am Montag an der Wall Street fest. Auch heute dürfte es Bewegung in der Branche geben: Der Bayer-Konzern hat bestätigt, dass er beabsichtigt, das Agro-Unternehmen Aventis CropScience zu kaufen. Es sei vorgesehen, detaillierte Verhandlungen mit der Bayer AG aufzunehmen, bestätigten Aventis SA und die Schering AG. Schering hält 24 Prozent an Aventis CropScience, während Aventis die 76-prozentige Mehrheit hält.

Siemens und Infineon im Blickpunkt

Der Technologiekonzern Siemens und die Chiptochter Infineon waren nach der Diskussion um die geplante Kapitalerhöhung gestern die größten Verlierer im Dax. Von einer allgemeinen Erholung in der Branche könnten auch SAP und Epcos profitieren, die gestern ebenfalls nachgaben. Infineon, die gestern unter 26 Euro schlossen, bleibt aber unter Druck: Wegen nicht fälschungssicherer Telefonkarten-Chips verlangt die Deutsche Telekom vom Halbleiterhersteller Schadensersatz.

Neuer Markt: Gewinnwarnung von ACG

Börsianer rechnen am Neuen Markt nach den massiven Verlusten der Vorwoche allenfalls mit einer technischen Reaktion, aber nicht mit einer Trendwende. Der im Nemax 50 gelistete Chipbroker ACG hat seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2001 nach unten korrigiert. Wie das Unternehmen berichtet, geht es auf Grund der sich verschlechternden Situation im Halbleiter- und Mobilfunkmarkt nun von einem Umsatz von 400 Millionen Euro und einem Ebitda von 15 Millionen Euro aus.

Konjunktur in Deutschland schwächer

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) stellt heute seine Konjunkturprognose für 2001 vor. Experten rechnen damit, dass das Institut seine Wachstumsprognose 2001 für die deutsche Wirtschaft von 2,1 Prozent drastisch in Richtung ein Prozent nach unten korrigiert.

Asien etwas fester

Nach der guten Vorgabe der Wall Street ist der Nikkei-Index in Tokio um 0,5 Prozent auf 12300 Punkte geklettert. Gewinner waren trotz der durchwachsenen Vorgaben Technologiewerte wie NEC, Fujitsu und Toshiba.

Am Devisenmarkt tendierte der Euro etwas fester. Die Gemeinschaftswährung kostete am Dienstag Morgen 0,8510 Dollar nach 0,8481 Dollar am Vortag.



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