Börsenausblick Guten Morgen, liebe Sorgen

Die Frankfurter Aktienmärkte werden erneut von schwachen Vorgaben der Wall Street belastet. Auch die Rede von US-Präsident Bush hat die Stimmung an der Börse nicht aufgehellt.


Frankfurt am Main – Nach den heftigen Verlusten des Vortages wird am Dienstag mit einer knapp behaupteten Eröffnung gerechnet. Der Dax verlor am Montag um 1,7 Prozent auf 2667 Punkte. Der MDax schloss auf 2793 Zählern, ein Minus von 1,7 Prozent. Der Nemax 50 sank um 1,3 Prozent auf 313 Punkte.

Kursbelastend könnten sich am Dienstag die Zahlen zum deutschen Arbeitsmarkt auswirken. Nach Zeitungsberichten wird die Zahl der Arbeitslosen im September nur knapp die Vier-Millionen-Marke unterschreiten. Die offiziellen Zahlen veröffentlicht die Bundesanstalt für Arbeit an diesem Dienstag. Mit rund 3,98 Millionen habe sie um rund 40.000 unter dem August-Wert gelegen, hatten verschiedene Zeitungen berichtet. Dies wären aber immer noch rund 230.000 bis 240.000 Beschäftigungslose mehr als im Vorjahr.

Von der Unternehmensseite wird die Deutsche Telekom Chart zeigen erneut im Blickpunkt der Investoren stehen. Nach der Absage von Post-Chef Klaus Zumwinkel sucht das Unternehmen nach Informationen des "Handelsblatt" auch weiterhin nach einem externen Kandidaten für die Besetzung des Chefpostens. Allerdings erweise sich die Suche als schwierig, da T-Mobile-Chef Kai-Uwe Ricke als interner Kandidat die besten Chancen habe, schreibt die Zeitung in ihrer Dienstagausgabe unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Dennoch wolle die Telekom Ende des Monats dem Präsidium des Aufsichtsrats eine Auswahl an Kandidaten präsentieren. Der Konzern würde eine überzeugende externe Lösung bevorzugen.

Möglicherweise für die Automobilwerte von Bedeutung ist der Vortrag von Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, zum Standort Deutschland. Die Not leidenden Bankentitel werden voraussichtlich weiter nicht zur Ruhe kommen. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" wird J.P. Morgan Chase Chart zeigen in den nächsten Wochen erneut Tausende von Mitarbeitern entlassen. Bei der Versteigerung der bislang von Leo Kirch gehaltenen Anteile am Axel Springer Verlag wird die Deutsche Bank Chart zeigen als Gläubiger voraussichtlich auch der einzige Interessent sein.

Anlegerängste vor der sich zuspitzenden Irak-Krise und Sorgen um die Gewinnentwicklung bei den Unternehmen haben am Montag die amerikanischen Aktienindizes erneut in die Tiefe gezogen. Der Dow-Jones-Index für 30 Standardwerte fiel um 105,56 Punkte oder 1,4 Prozent auf 7422 Zähler. Der Nasdaq hingegen verlor 1,8 Prozent auf 1119 Zähler. Auch der S&P-500 gab deutlich nach.

Zu den Tagesverlierern gehörten die Aktien führender Einzelhandelsunternehmen wie Sears Roebuck Chart zeigen. Die zuvor von Sears bekannt gegebenen Quartalszahlen lagen unter den Erwartungen. Auch Wal-Mart Chart zeigen und Home Depot Chart zeigen kamen unter die Räder.

Im Technologiesektor belasteten Cisco Chart zeigen den Handel. Deutsche Banc Securities hatte die Ergebnisprognosen des Netzwerkausrüsters gesenkt.

Alle drei Aktienindizes haben sechs Wochenverluste in Folge registriert, weil die Investoren davon ausgehen, dass die Gewinne der Unternehmen im dritten Quartal deutlich schlechter ausgefallen sind als erwartet. Eine der Hauptursachen der Börsenmisere in diesem Jahr ist nach Urteil von Wall-Street-Volkswirten die schwache US-Konjunktur. Der derzeitige Arbeitskampf in den Seehäfen der Westküste könnte das Wachstum weiter gefährden. 26 Häfen waren am Montag nicht in Betrieb.

Befürchtungen, dass das Volumen fauler Kredite bei den Geschäftsbanken im Ansteigen ist, setzten in den USA Citigroup Chart zeigen und Merrill Lynch Chart zeigen unter Druck.



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