Börsenausblick Hebt die T-Aktie ab?

Marktbeobachter erwarten nach durchwachsenen Vorgaben aus den USA leichtere Kurse im Dax und Nemax. Spekulationen um einen massiven Stellenabbau bei der Telekom verdichten sich und könnten der T-Aktie helfen. Allianz und Eon legen Zahlen vor.


Frankfurt am Main - Ein deutlicher Abschwung an der Wall Street im späten Handel wird die deutschen Börsen am Donnerstagmorgen voraussichtlich belasten. Am Vortag hatte der Dax den Handel mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 5072 Zähler beencdet. Am Neuen Markt kletterte der Nemax 50 um 2,2 Prozent auf 882 Punkte.

In den USA haben die Börsen eine Verschnaufpause eingelegt. Der Dow-Jones-Index fiel am Mittwoch um 54,46 Zähler oder 0,5 Prozent auf 10.243 Punkte. Die Nasdaq legte um 6,51 Zähler oder 0,4 Prozent auf 1725 Punkte zu. Ölwerte wie ExxonMobil sowie die Ölfeldausrüster standen unter Druck. Im Technologiebereich konnten sich Halbleiterwerte wie Intel Chart zeigen verbessern.

Die Anleger sorgten sich über die Inflationsbelebung im April. Die Verbraucherpreise hatten um 0,5 Prozent zugelegt, während die Fachleute mit einem Preisauftrieb von 0,4 Prozent gerechnet hatten. Höhere Zigaretten- und Benzinpreise waren in erster Linie für den scharfen Inflationsanstieg verantwortlich. Die Industrieproduktion stieg um 0,4 Prozent und die Auslastung der Kapazitäten in den US-Fabriken erreichte 75,5 Prozent. Heute werden weitere wichtige Konjunkturdaten erwartet: Vor US-Börsenbeginn gibt das Arbeitsministerium die neuesten Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe bekannt. Im Handelsverlauf wird der Konjunkturindex der Philadelphia Fed veröffentlicht.

Die Aktie des Computerkonzerns Hewlett-Packard gab nach Vorlage der Quartalsergebnisse des Unternehmens nach. Das Papier des Software-Anbieters Computer Associates verlor ebenfalls an Boden. Dagegen konnte sich die Aktie von Applied Materials, des weltgrößten Herstellers von Maschinen für Halbleiter-Firmen, behaupten.

Weitere Gerüchte um Stellenabbau bei der Telekom

In Frankfurt steht heute wieder die Deutsche Telekom Chart zeigen im Mittelpunkt, die bereits am Vortag mit einem Kursaufschwung von 5,6 Prozent als Tagessieger aus dem Handel ging. Die Gerüchte über einen massiven Stellenabbau bei dem Konzern reißen nicht ab. Die "Financial Times Deutschland" berichtet, dass der Konzern kurzfristig bis zu 30.000 Stellen streichen wolle. Davon sollten 20.000 bei der Festnetzsparte T-Com abgebaut werden, heiße es in Gewerkschaftskreisen. Zuvor hatte bereits das Magazin "Capital" vorab vom angeblichen Abbau von 15.000 der 118.000 Stellen bei T-Com berichtet. Zu solchen Berichten kommt aus der Bonner Konzernzentrale regelmäßig die gleiche Aussage. "Zu Spekulationen nehmen wir keine Stellung", sagte Unternehmenssprecher Ulrich Lissek.

Allianz legt Quartalszahlen vor

Der Versicherungskonzern Allianz Chart zeigen berichtet heute über den Start ins neue Jahr. Analysten rechnen vor allem wegen des Verkaufs von Unternehmensbeteiligungen mit einem deutlichen Gewinnanstieg im ersten Quartal. Aus steuerlichen Gründen hatte die Allianz Verkäufe von Anteilen an der Münchener Rück Chart zeigen , der HypoVereinsbank Chart zeigen und Mannesmann erst im neuen Geschäftsjahr verbucht. Im operativen Geschäft dürfte die Allianz von Prämienerhöhungen profitiert haben. Im vergangenen Jahr war der Gewinn des Versicherungskonzerns wegen der Folgen der Terroranschläge in den USA von 2,4 auf 1,6 Milliarden Euro gesunken. In diesem Jahr soll der Überschuss aber wieder auf mehr als drei Milliarden Euro steigen.

Der Energieversorger Eon Chart zeigen hat nach Ansicht von Analysten im ersten Quartal 2002 einen deutlichen Zuwachs im operativen Geschäft verzeichnet. Die von dpa-AFX befragten Analysten rechnen im Durchschnitt mit einem Betriebsergebnis von 1,01 Milliarden Euro. Die Schätzungen reichen dabei von 844 Millionen Euro bis 1,136 Milliarden Euro. Die Zahlen sind nach Meinung der Experten nicht mit dem Vorjahresquartal vergleichbar, da Eon Unternehmensteile verkauft und neue Gesellschaften akquiriert hat. Eon hat im Lauf des ersten Quartal den Verkauf von Veba Oel und und der Aluminium-Beteiligung VAW bekannt gegeben. Am heutigen Donnerstag will der Konzern seine Daten vorlegen.



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