Börsenausblick Hoffnung auf festen Start

Erste Ad-hoc-Meldungen zu Geschäftszahlen der Deutsche Telekom und Metro wecken Hoffnung auf einen festen Start des Dax. Dabei sind die Vorgaben von der Wall Street nicht berauschend.


Frankfurt am Main - Bereits den dritten Handelstag in Folge haben die deutschen Aktienmärkte den Handel im Plus beendet. Allein der Neue Markt hat in der vergangenen drei Handelstagen um 15 Prozent zugelegt und damit die "große Schwester", die US-Technologiebörse Nasdaq, abgehängt. Wenn auch Analysten und Händler noch von keiner Trendwende sprechen wollen, keimt gleichwohl Hoffnung vor allem bei privaten Anlegern auf, dass der schwer angeschlagene Patient langsam wieder zu Kräften kommt.

Fondsmanager, berichtet die "Welt", hielten dagegen ihr Pulver noch trocken. Rückschläge seien nicht auszuschließen. T-Online, Singulus und Steag Hamatech etwa müssen diese Woche noch mit Geschäftszahlen die Aufwärtstendenz des Marktes unter Beweis stellen.

Und letztlich bleibt den Investoren der Blick an die Wall Street nicht erspart. Wenn auch die Indizes seit vergangener Woche begonnen haben, ein Eigenleben zu entwickeln, so werden sich die deutschen Aktienmärkte nicht von der Entwicklung an der Wall Street abkoppeln können. Weniger die Tatsache, das die US-Börsen gestern leicht im Minus geschlossen haben, stimmt dabei bedenklich. Vielmehr sind es die andauernde Sorge um die US-Konjunktur und jüngste Prognosen zur Entwicklung des S&P 500, die aufhorchen lassen sollten. So haben drei namhafte Investmenthäuser ihre Prognosen für den Index zum Jahresende deutlich gesenkt.

In Deutschland werden die Investoren genau auf die Halbjahreszahlen der Deutsche Telekom schauen. Nach ersten Ad-hoc-Meldungen vom Morgen ist der Konzernumsatz der Deutsche Telekom im ersten halben Jahr um 17,4 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro gestiegen. Der Konzernüberschuss (ohne Goodwill, UMTS-Kosten, SprintFON Verkauf und VoiceStream) stieg um rund 20 Prozent auf 0,6 Milliarden Euro. Nach ersten Einschätzungen liegt die deutsche Telekom damit am oberen Ende der Erwartungen.

Erstmals nach der milliardenschweren Übernahme des US-Mobilfunkbetreibers Voicestream legt der Konzern aktuelle Geschäftszahlen vor. In den Daten des Bonner Telefonriesen über das erste Halbjahr 2001 wird die neue Tochterfirma aber nur für einen Monat berücksichtigt. Die Telekom hatte die Übernahme erst Ende Mai abgeschlossen und damit endgültig den Einstieg in den lukrativen US-Markt geschafft.

Gerade vor diesem Hintergrund liegen die Ergebnis-Schätzungen weit auseinander. So schwanken die Vorhersagen für den Konzernüberschuss zwischen einem Nettogewinn von 856 Millionen Euro und einem Verlust von 300 Millionen Euro, berichtet Bloomberg. Beim Umsatz tut sich ein ähnlich weiter Graben auf. Auf unterschiedlichste Interpretationen des heute Vormittag vorgelegten Zahlenwerks müssen sich dann die Investoren auch gefasst machen.

Bereits vor Handelsbeginn hat mit Metro Deutschlands größter Handelskonzern seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt, die etwa im Rahmen der Erwartungen liegen. Nach ersten ad-hoc-Meldungen kletterte der Umsatz demnach um 6,4 Prozent auf 11,87 Milliarden Euro gegen über dem Vorjahreszeitraum. Beim Ebitda legte der Konzern knapp elf Prozent auf 504 Euro zu.

Fresenius Medical Care wird voraussichtlich einen deutlich verbesserten Umsatz und Gewinn für das zweite Quartal 2001 ausweisen. Pharmaanalysten erwarten einen Umsatz von 1,172 Milliarden Dollar bis 1,185 Milliarden Dollar gegenüber 1,037 Milliarden Dollar im Vergleichszeitraum 2000. Das Ergebnis vor Steuern werde vermutlich zwischen 114,2 Millionen Dollar und 119 Millionen Dollar liegen. Im zweiten Quartal des Vorjahres waren es noch 98,4 Millionen Dollar. Das Nettoergebnis werde voraussichtlich zwischen 55,5 Millionen Dollar und 63 Millionen Dollar liegen.

Die asiatische Leitbörse in Tokio zeigte sich kurz vor Handelsschluss deutlich fester. Nach den hohen Verlusten am Vortag stand der Index bei 11.846 Zählern. Ein Plus von 2,3 Prozent.



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