Börsenausblick Hoffnung nach der Feiertags-Rallye

Die deutlichen Kursgewinne in New York sorgen auch in Tokio für Kauflaune. Händler in Frankfurt erwarten einen freundlichen Start. Im Mittelpunkt stehen Deutsche Bank und DaimlerChrysler - dem Autobauer droht eine Klage.


Frankfurt am Main - Mit dem höchsten Tagesgewinn seit sechs Monaten hat die Technologiebörse Nasdaq auf die positiven Konjunkturdaten sowie auf die Meldung von Cisco reagiert. Der Einkaufsmanagerindex für das Dienstleistungsgewerbe ist im September überraschend gestiegen. Außerdem will US-Präsident George Bush ein Konjunkturprogramm in Höhe von 75 Milliarden Dollar anschieben. Die Vorschläge sehen Steuererleichterungen für Unternehmen und Privatleute vor, außerdem Hilfen beim Verlust des Arbeitsplatzes. Der Dow Jones legte 1,9 Prozent zu, während der Nasdaq Composite um 5,9 Prozent kletterte.

Corning bremst Euphorie

Weiterhin bestätigte Cisco-Chef John Chambers die Analystenprognosen für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres. An der Wall Street wird mehrheitlich ein Gewinn von zwei Cents pro Aktie erwartet. Der weltgrößte Hersteller von Glasfaserkabeln Corning bremste nach Börsenschluss jedoch die Euphorie: Corning wird nach eigenen Angaben wegen Sonderbelastungen für weitere Stellenkürzungen und vorübergehende Werksschließungen die Prognosen der Analysten für das dritte Quartal verfehlen.

Deutsche Bank mit neuer Währung

Händler erwarten dennoch, dass die deutschen Börsen nach ihren Kursgewinnen gestern auch heute freundlich starten. Die Deutsche Bank Chart zeigen hat ihre Feuerprobe beim Börsenstart in New York bestanden und legte bereits gestern leicht zu. Die größte deutsche Bank ist nicht an einem Zusammenschluss mit einer großen US-Investmentbank interessiert, auch wenn man sich in den USA eine "attraktive Akquisitionswährung" geschaffen habe. Vorstandsvorsitzender Rolf-E. Breuer meinte anlässlich des Listing an der Nyse, es gebe in einem solchen Fall zu viele Überschneidungen.

DaimlerChrysler droht Klage

Der Automobilkonzern DaimlerChrysler Chart zeigen muss wegen Verstößen gegen das EU-Wettbewerbsrecht mit einer Geldstrafe zwischen 40 Mio und 90 Millionen Euro rechnen. Das Stuttgarter Unternehmen habe jahrelang preiswerte Re-Importe behindert und damit gegen das Kartellrecht verstoßen, hieß es in EU-Kommissionskreisen. Autotitel gehörten gestern zu den größten Gewinnern unter den Standardwerten.

Fluglinien in Turbulenzen

Für Fluglinien wie die Lufthansa Chart zeigen bleibt es eine turbulente Zeit. Nach der Swissair sah sich am Mittwoch auch die belgische Airline Sabena dazu gezwungen, einen Vergleichsantrag beim Handelsgericht zu stellen. Die zahlungsunfähige Schweizer Fluggesellschaft Swissair wird aber am heutigen Donnerstag ihren Flugbetrieb wieder aufnehmen. Der Schweizer Staat will Swissair einen Überbrückungskredit von bis zu 450 Millionen Schweizer Franken gewähren.

Deutliche Gewinne in Tokio

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Donnerstag mit einem Plus von 2,8 Prozent auf 10205 Punkte nur knapp unter ihrem Tageshoch geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte legte um 281 Punkte auf 10205 Zähler zu. Technologietitel waren gesucht, darunter Sony, Fujitsu und Tokyo Electron. Auch der Autosektor tendierte fester.

Der Euro wurde im frühen Geschäft zum Dollar etwas schwächer mit 0,9147 Dollar gehandelt nach 0,9225 Dollar am späten Vortag.



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