Börsenausblick Rote Zahlen bei der Commerzbank?

Marktbeobachter blicken verhalten optimistisch auf die bevorstehende Handelswoche. Nach der jüngsten Kurserholung könne die Börse eine Verschnaufpause einlegen. Bayer und die Commerzbank stehen im Blickpunkt der Investoren.


Frankfurt am Main - Nachdem der Dax in der vergangenen Handelswoche rund sechs Prozent zugelegt hatte, rechnen Analysten für Montag nur mit einem Start auf dem Schlussniveau der Vorwoche. Die Stimmung sei auf grund der politischen Weltlage noch immer angespannt.

So warnen die Börsianer der DZ Bank vor möglichen Rückschlägen. Allerdings deute das positive Umfeld nicht auf eine lang anhaltende Seitwärtsbewegung der Kurse hin, meinen die Experten. Schließlich dürften die Liquidität, Steuersenkungen, Auflösung des Konsum-Staus sowie die attraktive Bewertung von Aktien gegenüber Rentenmärkten die Kurse beflügeln.

Die Analysten von Delbrück Asset Management raten, angesichts der Krise in die Aktien der Marktführer der jeweiligen Branchen zu investieren. "Solche Aktien profitieren in konjunkturell schwierigen Zeiten deutlich zu Lasten kleinerer Anbieter." Der Kuchen werde zwar kleiner; die dicksten Stücke bekämen aber eindeutig die jeweiligen Marktführer ab.

Bei der Bankgesellschaft Berlin ist man verhalten optimistisch: Auch wenn die Europäische Zentralbank (EZB) am vergangenen Donnerstag auf die von vielen Börsianern erwartete Zinssenkung verzichtet hat, dürften mit Blick auf die verbesserten Inflationszahlen die weiter bestehenden Zinssenkungshoffnungen die Kurse beflügeln.

Commerzbank und Bayer im Fokus der Anleger

In Frankfurt könnte die Aktie der Commerzbank Chart zeigen zum Wochenauftakt deutlich unter Druck stehen. Vorstandschef Klaus-Peter Müller hat eingeräumt, dass der Finanzkonzern im Gesamtjahr voraussichtlich rote Zahlen schreiben wird.

Auch der Chemie- und Pharmakonzern Bayer Chart zeigen wird voraussichtlich einen schweren Start haben: Das US-Gesundheitsministerium erwäge nun doch, auf ein anderes Milzbrand-Medikament statt Ciprobay zurückzugreifen, meldete der Nachrichtensender CNN. Erst in der vergangenen Woche hatten Bayer und die US-Regierung eine Einigung bezüglich des Medikaments erreicht, für das Bayer noch einen Patentschutz hat.

Die Deutsche Telekom Chart zeigen hat wenige Tage vor Bekanntgabe ihrer Bilanz ihre Prognosen bestätigt. In einem Interview mit dem "Handelsblatt" zeigte sich Konzernchef Ron Sommer zuversichtlich, die Erwartungen des Marktes zu erfüllen. Das Dax-Schwergewicht wird am Mittwoch seine Zahlen vorlegen.

Von Unternehmensseite her könnten am Dienstag die Neunmonatszahlen von Fresenius Medical Care und Volkswagen für Kursbewegungen sorgen. Der Einzelhandelskonzern Metro berichtet am selben Tag über das Neunmonats-Ergebnis. Am Donnerstag ist schließlich das größte Bankhaus der Republik an der Reihe: Die Deutsche Bank gibt ihr Ergebnis für das dritte Quartal bekannt.

In den USA stehen ebenfalls eine Reihe von Daten an: Das Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal dokumentiert nach Ansicht der Analysten der DGZ-DekaBank den "Einstieg in die Rezession". Das Verbrauchervertrauen am Dienstag und der Einkaufsmanager-Index (NAPM) am Donnerstag jeweils für Oktober dürften die Stimmung eintrüben. Am Freitag schließlich wird der Arbeitsmarktbericht den Experten zufolge für "eine negative Überraschung sorgen".

Tokios Börse schließt schwach

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Montag schwach geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte büßte 182,85 Punkte oder 1,7 Prozent ein und ging mit 10.612 Punkten aus dem Markt. Der breiter angelegte Topix gab um 18,57 Punkte oder ebenfalls rund 1,7 Prozent nach und schloss mit 1082 Punkte.

In den USA kletterte der Dow Jones am Freitag um 0,9 Prozent auf 9545 Punkte. Der breiter gefächerte S&P 500 verbesserte sich um 0,4 Prozent auf 1104 Zähler. Der Technologieindex Nasdaq fiel um 0,4 Prozent auf 1769 Punkte zurück.



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