Börsenausblick Telekom - was nun?

Eine ganze Reihe von Unternehmen werden heute mit der Veröffentlichung ihrer Geschäftszahlen Bewegung in den Handel bringen. Telekom-Werte könnten unter Druck geraten, denn die British Telecom erwägt, ihre Mobilfunksparte zu verkaufen, anstatt an die Börse zu führen.


Hamburg - Nach der gestrigen müden Vorstellung der deutschen Aktienmärkte verspricht der Handelstag am Dienstag mehr Bewegung. Zum einen legen die Dresdner Bank und Volkswagen ihre Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Zum anderen wird nach dem gestrigen Feiertag in den USA der Handel wieder aufgenommen.

Bei der Dresdner Bank erwarten Analysten einen Nettogewinn zwischen 1,475 bis 2,135 Milliarden Euro. Das vierte Quartal werde allerdings mit einem operativen Verlust von 260 Millionen Euro deutlich schwächer ausfallen.

Zahlen für das Geschäftsjahr 2000 legt auch Volkswagen vor. Hier erwarten die Experten ein Rekordergebnis. Der Umsatz werde vermutlich bei 160 Milliarden Euro liegen. Auch beim Vorsteuergewinn wäre ein Rekord jenseits der bisherigen Marke von 6,2 Milliarden Mark drin, heißt es. Offen sei aber, ob das Ergebnis durch eine Milliarden-Rückstellung für die Folgen der Altautoverwertung gedrückt werde.

Nicht zuletzt erwarten die Börsianer die Zahlen für das vierte Quartal der am Neuen Markt notierten Qiagen.

Mit Argusaugen werden die Investoren auch auf die Telekomwerte blicken. Denn die British Telecom hat kalte Füße bekommen und die Konsequenzen aus dem enttäuschenden Börsengang der France Télécom-Tochter Orange gezogen. Der britische Telefonriese erwägt nun, seine Mobilfunksparte BT Wireless zu verkaufen, anstatt das Unternehmen an die Börse zu führen. Das könnte erneut die Aktien der Deutsche Telekom unter Druck bringen. Schließlich will der rosa Riese noch in diesem Jahr seine Tochter T-Mobile an die Börse bringen.

Unter Druck könnten die Papiere der am Neuen Markt notierten Data Design geraten. Das Unternehmen hat seine Ziele im abgelaufenen Geschäftsjahr verfehlt. Anders bei Isra Vision Systems. Der ebenfalls am Neuen Markt notierte Anbieter von Bildverarbeitungssystemen hat für das zurückliegende Geschäftsjahr die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat den Handel am Dienstag fest beendet. Der Nikkei ging mit einem Gewinn von 128,77 Punkten oder einem Prozent beim Schlussstand von 13.248 Punkten aus dem Markt. Am Vortag war das Börsenbarometer auf den tiefsten Stand seit 28 Monaten gesackt.



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