Börsenausblick TI und ABB trüben die Stimmung

Nach der jüngsten Erholungsrallye wird am Dienstag mit nachgebenden Kursen gerechnet. Enttäuschende Unternehmensnachrichten, so die Befürchtung, werden vor allem die Technologiewerte unter Druck setzen.


Frankfurt am Main - Zum Auftakt gehen Marktbeobachter in Frankfurt von fallenden Kursen aus. Auslöser für die schlechte Stimmung seien schlechte Nachrichten von Texas Instruments (TI) Chart zeigen und ABB Chart zeigen. Am Montag hatte sich der Dax noch freundlich präsentiert und im Sog einer festen Wall Street rund 3,8 Prozent fester auf 3282 Punkten geschlossen.

Bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal teilte Texas Instruments am Montag nach Börsenschluss mit, auf Grund des schwachen Auftrageingangs werde der Umsatz im kommenden Quartal zehn Prozent hinter den Erlösen des dritten Quartals zurückbleiben. Der amerikanische Halbleiterhersteller will zudem 500 Mitarbeiter nach Hause schicken und andere Sparmaßnahmen realisieren.

Der schwedisch-schweizerische Elektro- und Technologiekonzern ABB hat sein Ertragsziel nach unten revidiert. Gründe seien die anhaltende Marktschwäche und niedriger als erwartet ausgefallene Einsparungen aus dem Kostensenkungsprogramm, teilte das Unternehmen am Montag in Zürich mit. Gleichzeitig bestätigte ABB sein Ziel, die Nettoverschuldung bis zum Jahresende um 1,5 Milliarden Dollar zu senken. Die mittelfristigen Ziele sollen überprüft werden. Die frühen Zeichen einer wirtschaftlichen Erholung, die sich in der ersten Jahreshälfte gezeigt hätten, seien nicht bestätigt worden, sagte Konzernchef Jürgen Dormann. Die erhoffte Erholung im September sei nicht eingetreten.

Von den Dax-Werten steht die Lufthansa im Blickpunkt der Investoren. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi wird mit einer deutlich höheren prozentualen Forderung in die Tarifgespräche mit der Fluglinie gehen, als mit den bisher für andere Branchen geforderten 6,5 Prozent. Wie aus Gewerkschaftskreisen verlautete, sind die Beratungen über die Höhe der Forderung nahezu abgeschlossen. Sie soll voraussichtlich am Dienstag bekannt gegeben werden.

Positive Firmennachrichten beflügeln US-Aktienkurse

Der amerikanische Aktienmarkt schloss am Montag nach Gewinnmitnahmen im Frühgeschäft klar im Plus. Händler nannten Anlegerhoffnungen auf bessere Firmenergebnisse und den Aufwärtstrend der letzten zwei Wochen als Grund für den Anstieg.

Der Dow-Jones-Index für 30 Standardwerte zog um 215,84 Punkte oder 2,6 Prozent auf 8538 Zähler an und der breitere Standard & Poor's 500-Index legte 15,33 Punkte oder 1,7 Prozent auf 899 Zähler zu. "Bei vielen Aktien und Branchenführern ist das schlechteste Szenario eingepreist", sagte der Fondsmanager George Foley von der Glenmede Trust Co in Philadelphia. Auch Technologiewerte gewannen. Der Nasdaq-Index ging mit einem Plus von 21,81 Punkten oder 1,7 Prozent bei 1309 Zählern aus dem Handel.

Die Standardwerte erhielten Auftrieb vom Getränkehersteller Coca-Cola Chart zeigen und dem Zigarettenproduzenten Philip Morris Chart zeigen. Coca-Cola stiegen um 1,61 auf 48 Dollar. Der Analyst Skip Carpenter von Thomas Weisel Partners hat sein Rating von "attraktiv" auf "kaufen" erhöht.

Philip Morris legten 2,45 auf 42,49 Dollar zu. Zuvor hatte die Analystin Bonnie Herzog von Salomon Smith Barney gesagt, der weltweit größte Zigarettenhersteller werde wahrscheinlich eine eigene Billigmarke auf den Markt bringen, um die wachsende Konkurrenz in diesem Segment abzuwehren. "Es scheint, dass das Geld in jene Aktien zurückfließt, die schon in der Vergangenheit die Börse angeführt haben", sagte Foley. Etliche Technologiewerte notierten hingegen schwächer, darunter Microsoft Chart zeigen.



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