Börsenausblick Verluste überall

Anleger brauchen in dieser Woche starke Nerven. Der Nikkei folgte am Montag den US-Märkten: abwärts. Nach schweren Verlusten der Technologietitel erwarten Anleger die Zahlen von Yahoo und Motorola. Kommt die Erholung oder der freie Fall?


Frankfurt - Die vergangene Börsenwoche war schwer verdaulich, und auch in dieser Woche gibt es keine leichte Kost. Nach den Gewinnwarnungen von AMD und EMC stehen am Mittwoch die Zahlen von Motorola und Yahoo an. Pessimismus bei den Unternehmenszahlen und Unsicherheit über die Konjunktur prägen die Stimmung: Die schwachen US-Arbeitsmarktdaten haben die Hoffnung auf eine schnelle Erholung gebremst. Der Dow Jones verlor am Freitag 2,2 Prozent, die Nasdaq rauschte um 3,7 Prozent in die Tiefe.

Die schwachen Vorgaben haben auch die asiatische Leitbörse in Tokio am Montag weiter nach unten gedrückt. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte konnte sich zumindest in der letzten Handelsstunde deutlich erholen und ging mit einem Verlust von 0,5 Prozent bei 12239 Punkten aus dem Handel. Besonders die Hightech-Schwergewichte Toshiba, NEC und Sony gehörten zu den Verlierern.

Und auch für die Technologietitel im Dax sieht es trübe aus: SAP und Siemens verloren am Freitag jeweils mehr als fünf Prozent, die T-Aktie knapp vier Prozent. Infineon und Epcos rutschten auf neue Jahrestiefstkurse.

Auch Finanzwerte litten unter empfindlichen Verlusten. Am Mittwoch kommen die Anleger der Allianz zur Hauptversammlung zusammen. Der Versicherungskonzern hat bekräftigt, die Übernahme der Dresdner Bank liege im Zeitplan.

Lediglich RWE, Adidas und Münchener Rücken konnten bislang dem schwachen Markt trotzen. Etwas optimistischer sind Börsianer auch für Titel wie BMW, die einen hohen Umsatzanteil in den USA haben und von einer anziehenden Nachfrage profitieren könnten.

Neuer Markt: Wer macht das Licht aus?

Am Neuen Markt herrscht Untergangsstimmung. Am Freitag hatte der Nemax 50 die 1.200-Punkte-Marke durchbrochen und notiert damit auf neuem Jahrestief. Am Montag folgte Ejay mit einer Gewinnwarnung. Ein Indexstand unter 1000 Punkten ist für einige Marktteilnehmer nur noch eine Frage der Zeit.

Der Euro wurde am Montag Morgen etwas fester mit 0,8485 Dollar gehandelt nach 0,8379 Dollar am späten Freitag. Die EZB hatte in der vergangenen Woche die Leitzinsen wie erwartet unverändert gelassen. Börsianer trauen der Konjunktur in den USA inzwischen wieder mehr zu als in Europa und verheißen dem Euro weiter schwierige Zeiten. Die Gemeinschaftswährung profitierte jedoch von den schwachen US-Arbeitsmarktdaten. Heute stehen in Deutschland Zahlen zur Industrieproduktion an.



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