Börsengang Alibaba und die gierigen Käufer

Die Hysterie an der chinesischen Börse geht weiter: Beim Börsengang der Online-Plattform Alibaba ist der Kursanstieg ebenso märchenhaft wie bei PetroChina gestern. Die Ergebnisse wecken Erinnerungen an die Internetblase im Jahre 2000.

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Hamburg - Von frischen Eiern bis zu Sicherheitstüren kann man auf der chinesischen Internet-Plattform Alibaba.com Chart zeigen alles kaufen. Im Land des scheinbar ewigen Wirtschaftsbooms ist das schon Grund genug, an eine glorreiche Zukunft zu glauben. Gleichwohl hatten die Verantwortlichen für den Alibaba-Börsengang mit einer solchen Nachfrage nicht gerechnet.

Werbeplakat für Alibaba: Märchenhafte Zeichnungsgewinne
AFP

Werbeplakat für Alibaba: Märchenhafte Zeichnungsgewinne

Der heutige Börsengang des Online-Gemischtwarenhändlers hat bei Anlegern eine regelrechte Hysterie ausgelöst, die an die Internetblase zur Jahrtausendwende erinnert. Der Kurs stieg binnen weniger Stunden auf 35,75 Hongkong-Dollar. Alibaba.com sammelte mit seinem Börsengang 1,49 Milliarden Dollar ein und gehört nun nach Marktkapitalisierung zu den fünf größten Internetunternehmen weltweit.

Das war nach Überzeugung von Analysten denn doch des Guten zuviel. "Der Konzern ist massiv überbewertet", sagte Andrew Clarke von Societe Generale Securities in Hongkong. Etwas zurückhaltender sprach Kitty Chan von Celestial Asia Securities von einem "übertrieben hohen Kurs" - trotz guter Gewinnaussichten.

Was die Experten irritiert, ist das extreme Verhältnis von Kurswert und Gewinn (KGV). Dieses lag bei Börsenschluss in Hongkong bei mehr als 200. Zum Vergleich: Das durchschnittliche KGV im Dax Chart zeigen liegt bei etwa 12.

Im Vergleich mit den Kursgewinnen von Alibaba heute und denen von PetroChina gestern, ist selbst der Kursanstieg des Börsenlieblings Google geradezu zurückhaltend: Die Markkapitalisierung von Google liegt derzeit bei rund 220 Milliarden Dollar.

Die Haussee war schon während der Zeichnungsfrist absehbar. Obwohl schon der Ausgabepreis der Aktien die Gewinnerwartungen für 2007 um gut das Hundertfache übertraf, waren die Papiere 257 Mal überzeichnet. Die Kaufanträge institutioneller Investoren, darunter Yahoo Chart zeigen und die American International Group Chart zeigen, sollen sich auf insgesamt 100 Milliarden Dollar summiert haben. Der Gewinn, den Alibaba für das laufende Jahr prognostiziert, beläuft sich nur auf einen Bruchteil davon, nämlich auf 58 Millionen Dollar.

Das Internet-Startup hält durchaus dem Vergleich mit Google und Co. stand: Der Kopf hinter Alibaba ist der 43-jährige Jack Ma, den manche auch den chinesischen Bill Gates nennen. Er gründete das Unternehmen 1999 in seinem Wohnzimmer. Im Gegensatz zu Gates ist Ma allerdings kein eingefleischter Computerfreak sondern Englischlehrer. Seinen ersten PC bekam er erst vier Jahre vor Gründung seiner Firma auf einer USA-Reise zu Gesicht.

Mas Idee war simpel: Er gründete eine Handelsplattform für kleine und mittelständische Unternehmen, auf denen sie ihre Waren anbieten können. Einkäufer können sich bequem und ohne Zwischenhändler den passenden Lieferanten suchen.

Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen mit diesem Business-to-Business-Konzept inzwischen mehr als 24 Millionen Mitglieder gewonnen, ein Großteil, etwa 21 Millionen, ist auf der chinesischen Webseite registriert. Die Kunden bieten und kaufen jegliche Art von Produkten, sei es Hightech, sei es frisches Gemüse. Täglich melden sich rund 11.000 Firmen bei Alibaba an. Die meisten von ihnen zahlen eine jährliche Gebühr zwischen 250 und 10.000 Dollar.

2003 gründete Ma den chinesischen eBay-Klon Taobao, der im Heimatland weitaus erfolgreicher ist als das amerikanische Vorbild. In China kein Einzelfall, denn ausländische Unternehmen haben es auf dem chinesischen Internetmarkt schwer. Die Chinesen mögen die heimischen Angebote am liebsten.

Yahoo gekapert

Mit der Gründung des Online-Zahlungssystems Alipay schaffte Ma 2005 indirekt den Sprung ins internationale Geschäft. Yahoo Chart zeigen beteiligte sich mit einem Drittel an dem neuen Unternehmen und zahlte Ma dafür rund eine Milliarde Dollar und traten darüber hinaus ihre chinesischen Webaktivitäten an Alibaba ab - angesichts der heutigen China-Internet-Euphorie ein hoher Preis.

Einen kleinen Trost spendet die indirekte Alibaba-Beteiligung nun mit dem Börsengang, von der auch Yahoo profitieren wird. Die Einnahmen aus dem Börsengang, so lässt Alibaba verlauten, sollen in weitere Übernahmen und den Ausbau der technischen Infrastruktur investiert werden.

Märchenhafter Aufstieg: Was Alibaba bietet



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