Börsenminus Dax verliert auf breiter Front

Die Talfahrt an den Aktienmärkten setzt sich fort: Die Sorge über die Hypothekenkrise in den USA und sehr schwache Vorgaben aus dem Ausland lässt die deutschen Börsen absacken. Händler zeigen sich besorgt, dass die Notenbanken helfen müssen.

Frankfurt am Main - Belastet von sehr schwachen Vorgaben aus den USA ist der deutsche Aktienmarkt heute mit Verlusten in den Handel gestartet. Der Dax   büßte bis um 12.15 Uhr 1,5 Prozent auf 7338 Punkte ein. Der MDax   verlor 2,7 Prozent und notierte bei 9928 Zählern. Der TecDax   gab 2,4 Prozent auf 894 Punkte ab. Allerdings zeigte die Kurve bei allen Indizes wieder nach oben.

Dominierendes und stark belastendes Thema bleibt Händlern zufolge die US-Hypotheken- und Kreditmarktkrise, wohingegen Unternehmensnachrichten nur noch am Rande wahrgenommen werden. Der Markt sei sehr nervös, heißt es.

Händler zeigten sich besorgt, dass Stützungsmaßnahmen der US-Zentralbank und der Europäischen Zentralbank (EZB) nötig sind, um die Liquidität am ebenfalls von der Unsicherheit am Aktienmarkt betroffenen Geldmarkt sicherzustellen. So hatte die EZB gestern in einem sogenannten Schnelltender überraschend 94,841 Milliarden Euro zugeteilt. Normalerweise dient dieses Instrument lediglich der Feinsteuerung am Geldmarkt und hat ein wesentlich geringeres Volumen. Die US-Notenbank hatte den Märkten mit 24 Milliarden Dollar mehr Liquidität zugeführt als erwartet.

Nach drei Tagen in Folge mit Kursgewinnen hatten die US-Börsen gestern deutlich nachgegeben. Vor allem Finanzwerte, die sich am Vortag noch erholt hatten, wurden wieder nach unten gerissen. Die US-Indizes verzeichneten den stärksten Rückgang seit Februar. Der Dow-Jones-Index   verlor 2,8 Prozent auf 13.271 Zähler. Der Nasdaq Composite   gab 2,2 Prozent auf 2557 Zähler ab. Auch die Börsen in Lateinamerika und in Asien gaben deutlich nach.

Bereits im europäischen Handel hatte die Schließung von drei Fonds der BNP Paribas   als Reaktion auf die Kredit-Krise stark belastet. Das Problem sei nun ein globales geworden, sagte eine Strategin, der Schaden sei nicht mehr nur auf kleine Banken begrenzt. Schwierigkeiten anderer Finanzunternehmen - AIG   und Goldman Sachs   - steigerten die Nervosität.

Die weltweit sinkende Risikobereitschaft der Investoren hinterlässt heute auch Spuren an den internationalen Devisenmärkten. Der Euro   gab weiter nach und lag gegen 9.15 Uhr mit 1,3682 Dollar deutlich unter der 1,37er-Marke und auch deutlich unter dem zuletzt von der Europäischen Zentralbank festgelegten Referenzkurs von 1,3729 Dollar.

Im Dax lagen alle 30 Werte im Minus. Erneut besetzten die Finanztitel die Spitze der Verlierer. Commerzbank   brachen um 4,6 Prozent auf 28,51 Euro ein. Hypo Real Estate  verloren 3,1 Prozent auf 39,12 Euro. Deutsche Bank   gaben 3,3 Prozent auf 95,33 Euro nach. Auch ThyssenKrupp  , die einen Gewinnsprung im abgelaufenen Quartal gemeldet hatten, büßten 4,0 Prozent auf 36,54 Euro ein.

In der zweiten Reihe setzten IKB   ihre Talfahrt fort und verloren 5,8 Prozent auf 13,52 Euro. Mit Salzgitter  , Bilfinger Berger   und ProSiebenSat.1   gaben drei weitere Werte jeweils mehr als fünf Prozent ab. Einzig Symrise   notierten im Plus und gewannen 0,5 Prozent auf 18,90 Euro.

Im TecDax lagen Aixtron   mit Verlusten von 8,0 Prozent auf 5,46 Euro an der Spitze der Verlierer. United Internet  , die gestern Abend Quartalszahlen vorgelegt hatten, verbilligten sich um 5,0 Prozent auf 12,20 Euro. Freenet büßten 3,6 Prozent auf 15,67 Euro ein, nachdem die Citigroup   das Kursziel von 26 auf 16 Euro gesenkt hat. Kein Wert notierte im Plus.

kaz/ddp/dpa-AFX

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