Börsenschluss Bärenmarkt findet kein Ende

Belastet von massiven Kursverlusten bei den Bank-Titeln hat der Dax am Dienstag erneut im Minus geschlossen. Im Handelsverlauf fiel das Börsenbarometer zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit September 1996. Die Wall Street zeigte im späten Geschäft nach oben.


Frankfurt – Die deutschen Aktienmärkte haben am Dienstag den Handel erneut mit Verlusten beendet. Vor allem Abschläge bei Banken-Aktien, Auto- und Versicherungstiteln drückten den Dax zeitweilig auf 2542 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit September 1996. Mit einer stärkeren Wall Street am Abend konnte der Index seine Verluste auf 1,7 Prozent oder 2622 Zähler reduzieren. Am Neuen Markt drehte der Nemax 50 zuletzt sogar wieder leicht ins Plus auf 314 Punkte.

Wall Street macht Verluste wieder wett

Zu Handelsschluss in Frankfurt notierte der Dow Jones nach einer Berg- und Talfahrt wieder mit rund 1,4 Prozent auf 7525 Zähler im Plus. Auch der Nasdaq Composite schaffte mit rund einem Prozent auf 1130 Punkte wieder den Sprung ins grüne Terrain.

Für die zeitweilige Schwäche der Wall Street gab es aus Sicht von Marktbeobachtern mehrere Gründe. Zum einen hätten Anleger sehr schnell Kursgewinne realisiert, sagt ein Händler. Überdies hatte Credit Suisse First Boston sich negativ zum Automobilsektor geäußert und Kursziel und Rating von 15 der 17 Werte in diesem Segment gesenkt. Das Branchenrating wurde auf "Market Weight von "Overweight" reduziert. General Motors Chart zeigen aber auch Ford Chart zeigen büßten deutlich ein.

Belastend wirkten Händlern zufolge auch die drohenden Gewinnwarnungen anlässlich der noch jungen Berichtssaison für das dritte Quartal. Die Stimmung heize sich allmählich auf, hieß es. So rutschen Cisco Chart zeigen stark ab. Merrill Lynch erwartet, dass die Gesellschaft im abgelaufenen Quartal einen Rückgang des Geschäfts verzeichnet hat. Philip Morris Chart zeigen fielen infolge einer Abstufung. Merrill Lynch setzte die Titel auf "Neutral" von "Buy" zurück. Die Analysten verweisen auf den Ausgang des Bullock-Verfahrens, bei dem der Tabakkonzern zur Zahlung von 28 Milliarden Dollar verurteilt wurde. Coca-Cola Chart zeigen stiegen nach den Drittquartalszahlen von Pepsi Chart zeigen.

Strategen uneins über die weitere Entwicklung

Man befinde sich weiter in einem Bärenmarkt, sagte ein Marktteilnehmer in Frankfurt. Aktien würden unter dem Gesichtspunkt gekauft, kurzfristig Gewinne mitnehmen zu können. Langfristig gehe es weiter abwärts.

Christopher Wood von CLSA sieht den Boden für einen Crash an der Wall Street im vierten Quartal bereitet, der auch an anderen Aktienmärkten zu empfindlichen Kurseinbußen führen könne. Sein Instinkt sage ihm, dass es nun an der Zeit sei, auf der Käuferseite zu stehen, sagte hingegen der Morgan-Stanley-Stratege Barton Biggs.



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