Börsenschluss Dax dreht ins Minus

Der deutsche Leitindex hat seine Gewinne nicht halten können und ist zum Wochenauftakt leicht schwächer aus dem Handel gegangen. Epcos und SAP trotzten dem schwachen Markt und haben deutlich zugelegt.


Frankfurt am Main - Der Dax ist in der Schlussauktion noch einmal abgerutscht und schloss rund 0,04 Prozent schwächer auf 4880 Punkten. Am Mittag hatte der Blue-Chip-Index freundlich tendiert und einen Tageshöchststand von 4926 Zählern markiert. Der MDax ging unverändert auf 4497 Punkten aus dem Handel. Am Neuen Markt gab der Nemax 50 erneut deutlich um 2,5 Prozent auf 797 Zähler nach.

In den USA fielen die Börsen im Handelsverlauf ins Minus. Der Dow Jones notierte zum Schlussgong in Frankfurt auf 9941 Punkten, ein Minus von 0,7 Prozent. Die Nasdaq verlor 0,2 Prozent auf 1609 Zähler. Börsianer warteten die anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Dienstag und die Geschäftszahlen von Cisco Systems ab und hielten sich mit ihren Engagements zurück.

Am ersten Handelstag nach der Fusion der beiden Computerkonzerne Hewlett-Packard und Compaq hat die Aktie der neuen HP deutlich fester notiert. Bis zum Mittag New Yorker Zeit gewann das Papier um 2,3 Prozent auf 17,82 Dollar. HP hatte am Freitag nach Börsenschluss den Kauf der Compaq abgeschlossen. Dem 18,4 Milliarden Dollar teuren und damit weltweit größten Zusammenschluss in der Computerbranche waren monatelange erbitterte Auseinandersetzungen mit dem Großaktionär Walter Hewlett voraus gegangen.

Zurückhaltender Handel in Frankfurt

Auch in Frankfurt blieben die Umsätze dünn und der Handel richtungslos, sagte ein Händler. Durch den Feiertag in Großbritannien fehlten die britischen und viele amerikanischen Investoren. Auch viele Kleinanleger seien nach dem Ausverkauf vom Freitag verunsichert und blieben dem Geschäft zunächst fern. "Der Handel ist geprägt von Angst und Unsicherheit und daher sehr abwartend", sagte Händler Knut Hochwald von der Hamburger Sparkasse.

Den Spitzenplatz im Dax verteidigte Technologiewert Epcos Chart zeigen mit einem Plus von 4,2 Prozent auf 42,31 Euro. Händler erklärten den Aufschlag als technische Gegenreaktion zum Kursrutsch am Freitag. Auch die Softwareschmiede SAP Chart zeigen hielt sich mit 1,6 Prozent deutlich im Plus. Infineon Chart zeigen und Siemens Chart zeigen mussten hingegen Abschläge hinnehmen. Die Aktie des Chipherstellers schloss rund 2,4 Prozent schwächer und hielt damit die rote Laterne. Börsianer erklärten die Verluste damit, dass Anleger weitere Paketverkäufe der Infineon-Aktie befürchten.

T-Aktie bleibt unter Emissionspreis

Die Aktie der Deutschen Telekom Chart zeigen präsentierte sich nach ihrem historischen Tiefstand vom Freitag zum Wochenauftakt meist freundlich, gab in den letzten Handelsminuten aber wieder nach. Die T-Aktie schloss unverändert auf 12,80 Euro. "Um das Unternehmen ist es aber grundsätzlich nicht gut bestellt", sagte Händler Michael Zürrer von der Frankfurter Sparkasse. Das betreffe besonders die enorme Schuldenlast. Bei ihrem Börsengang im November 1998 hatten Frühzeichner für die T-Aktie umgerechnet rund 14,32 Euro bezahlt. Der Emissionspreis hatte bei 14,57 Euro gelegen. Anfang 2000 erreichte die Volksaktie mit einem Kurswert von 102,90 Euro ihren Höchststand.

Trotz teils besser als erwartet ausgefallenen Bilanzzahlen litt die Henkel-Aktie Chart zeigen am Mittag unter Gewinnmitnahmen, rappelte sich im Handelsverlauf aber wieder auf und ging auf 75,50 Euro aus dem Handel, ein Plus von 0,7 Prozent.

Autowerte trotzen dem schwachen Markt

Autowerte litten zwar unter den beginnenden Streiks in der Metallindustrie, ein befristeter Arbeitskampf sei in den Kursen aber bereits eingepreist, hieß es am Markt. Lediglich die Aktie des Sportwagenherstellers Porsche Chart zeigen reagierte auf die Arbeitsniederlegung mit einem Minus von 1,6 Prozent auf 485 Euro. Die Titel von DaimlerChrysler Chart zeigen (plus 0,6 Prozent auf 51,54 Euro) und BMW Chart zeigen (plus 0,7 Prozent auf 44,55 Euro) hielten sich gut, Volkswagen-Anteilsscheine Chart zeigen schlossen nahezu unverändert auf 54,28 Euro.

Nachdem ein gefälschtes Übernahmeangebot am Freitag den Kurs der Gold-Zack-Aktie Chart zeigen durcheinander gewirbelt hatte, brachte der Montag die Rückkehr zur Normalität und damit weitere Kursverluste. Die Aktie sank um 4,9 Prozent auf 0,77 Euro. "Das was wir heute sehen ist eher die normale Bewegung", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Er sehe in den Verlusten Gewinnmitnahmen, nachdem der Kurs bereits in der gesamten Vorwoche Gewinne verzeichnet hatte. "Es gibt keinen Zusammenhang mehr mit den Ereignissen vom Freitag", fügte er hinzu.



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