Börsenschluss Dax verliert über 100 Punkte

Die Aktienmärkte in New York und Frankfurt haben auf den überraschenden Rückgang des US-Verbrauchervertrauens mit deutlichen Kursrückgängen reagiert. Die T-Aktie verlor rund vier Prozent. Gegen den Trend legte die BHW zu.


Frankfurt am Main - Nach den zuletzt sehr guten Daten für die US-Wirtschaft bedeuteten die jüngsten Zahlen zum Verbrauchervertrauen einen Rückschlag, sagte ein Händler. Marktteilnehmer verwiesen zudem als Grund für die fallenden Kurse auf die verhaltene Branchenprognose des weltgrößten Computerkonzerns Dell Chart zeigen, die vor allem Technologiewerte unter Druck gesetzt habe.

Der Dax ging nahe seinem Tagestief mit einem Abschlag von 2,2 Prozent auf 4862 Zählern aus dem Handel, nachdem er vor Veröffentlichung der US-Daten um die Marke von 4950 Zählern gependelt war. Das war ein Minus von 111 Punkten. Am Neuen Markt gab der Nemax 50 3,7 Prozent auf 1022 Zähler nach. Der MDax für mittelgroße Werte schloss kaum verändert bei 4336 Punkten.

An den US-Börsen lag der Technologieindex Nasdaq bei Handelsschluss in Deutschland 2,2 Prozent tiefer bei 1802 Zählern. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,8 Prozent auf 9919 Stellen nach.

US-Verbrauchervertrauen löst Kurssturz aus

Der Universität Michigan zufolge ist der Index des Verbrauchervertrauens im Februar im Vergleich zum Vormonat auf 90,9 Punkte von 93,0 Punkten im Januar gesunken. Analysten hatten im Schnitt mit 93,4 Punkten gerechnet. Jason Forde, Fondsmanager bei Maintrust, zeigte sich von dem Rückgang indes weniger beunruhigt. "Die Aktionäre sind von dem Rückgang etwas geschockt und dann verkaufen sie, aber das ist nur eine schnelle Reaktion vor dem Wochenende", sagte er. "Für mich sind diese Zahlen etwas suspekt, da sie immer eine subjektive Einstellung widerspiegeln." An objektiven Daten, wie den kürzlich gestiegenen Einzelhandelsumsätzen könne man genau sehen, was die Verbraucher tun.

Marktteilnehmer verwiesen zur Begründung für den starken Kursrutsch auch auf den am Montag bevorstehenden Feiertag in den USA. "Die Woche war eigentlich ganz gut", sagte ein Händler. Deshalb würden die meisten vor dem langen Wochenende ihre Positionen glattstellen, was zu fallenden Kursen führe.

Der Rückgang des Erwartungsindex auf 86,8 von 91,3 könnte nach Einschätzung von Fondsmanager Forde an den Skandalen um den Energiehändler Enron Chart zeigen liegen. "Das waren die letzten Nachrichten, die die Leute gehört und im Fernsehen gesehen haben und solche Sachen können schon negativ beeinflussen." Der Rückgang bedeute aber nicht unbedingt, dass die wirtschaftliche Erholung in den USA später einsetze.



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