Börsenschluss Frankfurt Hoch gesprungen, tief gefallen

Erneute Achterbahnfahrt im Dax: Nach furiosem Start drückten schwache US-Konjunkturdaten und Gewinnwarnungen. Bayer und Lufthansa profitieren dennoch vom fallenden Ölpreis. Die Allianz setzt ihre Talfahrt fort.


New York / Frankfurt am Main – Die Börsen haben von der Zustimmung der irakischen Regierung zur Wiederaufnahme von Kontrollen durch UN-Waffeninspekteure nur kurz profitiert. Im Anschluss verhagelten schlechte Konjunkturdaten sowie die Gewinnwarnung von McDonald´s die Stimmung. Der Dow Jones gab bis 20 Uhr MESZ um 1,2 Prozent auf 8283 Punkte nach, während der Nasdaq Composite 0,5 Prozent leichter notierte.

Dax folgt Dow in die roten Zahlen

Im Sog der schwachen US-Börsen legten auch die deutschen Indizes, die mit deutlichen Gewinnen gestartet waren, den Rückwärtsgang ein. Der Dax ging 0,9 Prozent schwacher bei 3289 Punkten aus dem Handel, während der Nemax 50 um 0,7 Prozent auf 419 Zähler rutschte. Die Volatilität und die Nervosität der Anleger ist sehr hoch.

Der US-Notenbank zufolge sank die Industrieproduktion in den USA im August im Monatsvergleich um 0,3 Prozent. Experten hatten ein Plus von 0,2 Prozent erwartet. Gleichzeitig blieb die Kapazitätsauslastung mit 76,0 Prozent einen Basispunkt unter den Vorhersagen. Angesichts dieser Zahlen wachse die Sorge vor einem "Double Dip", dem erneuten Abrutschen in eine Rezession, sagte der Händler Frank Albrecht von MM Warburg.

Günstiges Öl treibt Lufthansa

Zu den wenigen Gewinnern im Index gehörten die Lufthansa Chart zeigen und der Chemiekonzern Bayer Chart zeigen, die beide von dem deutlich gesunkenen Ölpreis profitierten. Bayern hat am Dienstag außerdem mitgeteilt, man habe von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für einen neuen HIV-Test erhalten. Die Aktien von Eon Chart zeigen präsentierten sich ebenfalls fester: Die EU-Kommission hatte zuvor die Übernahme der Eon-Tochter Stinnes durch die Deutsche Bahn genehmigt.

Achterbahn bei Technologiewerten Die Technologiewerte und Versicherer, die am Vormittag noch stark zugelegt hatten, drehten nach Veröffentlichung der US-Konjunkturdaten ins Minus. Die Aktien von Siemens Chart zeigen verloren 2,7 Prozent auf 41,37 Euro, während Epcos Chart zeigen mit einem Minus von 8,3 Prozent unter die Räder geriet.

Am Nachmittag wurde aus Marktkreisen bekannt, dass die Investmentbank UBS Warburg ihre Gewinnprognosen für Oracle Chart zeigen gesenkt habe. Die Titel des Softwarekonzerns und SAP-Konkurrenten reagierten mit einem Abschlag von rund drei Prozent. Die Oracle-Geschäftszahlen werden nach US-Börsenschluss am Dienstag erwartet.

Deutsche Bank behauptet – Druck auf Versicherer hält an

Eine Erholung zeichnete sich auch bei den zuletzt arg geprügelten Finanzwerten ab, jedoch schmolzen die Gewinne am Nachmittag wieder zusammen. Die Papiere der Deutsche Bank Chart zeigen konnten ein kleines Plus verteidigen: Das Geldhaus hat ihre US-Leasingtochter DFS an eine Einheit der GE Commercial Finance verkauft, wie das Institut gestern bestätigte. Dagegen rutschten die Allianz Chart zeigen und die Münchener Rück Chart zeigen weiter ab: Nach Marktgerüchten verkaufen vor allem angloamerikanische Anleger.



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