Börsenschluss Frankfurt Neuer Markt wie gelähmt

Starke US-Börsen stützen den Dax. Lufthansa und Preussag heben ab, und auch die Technologiewerte erholen sich mit Ausnahme der Deutschen Telekom. Der Neue Markt präsentiert neue Pleiten und verharrt im Minus.


Frankfurt am Main - Freundliche US-Konjunkturdaten haben an der Wall Street für deutliche Gewinne gesorgt. Davon konnte aber nur der Dax profitieren, der mit einem Plus von 1 Prozent auf 4935 Zähler aus dem Handel ging. Der Neue Markt blieb trotz der festen Nasdaq im Minus stecken, der Auswahlindex Nemax 50 gab 1 Prozent auf 1065 Zähler ab.

Die US-Einzelhandelsumsätze sind im Januar besser ausgefallen als erwartet. Ohne Autoverkäufe legten die Umsätze um 2,1 Prozent zu, das ist der deutlichste Anstieg seit zwei Jahren. Der Dow Jones legte bis 20 Uhr MEZ um 1,1 Prozent auf 9976 Zähler zu, während der Nasdaq Composite um 1,2 Prozent auf 1855 Punkte kletterte.

Lufthansa hebt ab, Autotitel fest

Der Touristikkonzern Preussag Chart zeigen baute ebenso wie die Lufthansa Chart zeigen seine Gewinne zum Handelsschluss weiter aus. Nach Ansicht von Analysten profitierte die Lufthansa als Dax-Spitzenreiter auch von der Ankündigung von British Airways, die Kapazitäten im Europageschäft zurückzunehmen.

Nach den herben Verlusten der vergangenen Tage wechselten auch die Autotitel DaimlerChrysler Chart zeigen, BMW Chart zeigen und Volkswagen Chart zeigen auf die Gewinnerseite. Der französische Autobauer Peugeot hatte am Nachmittag Zahlen im Rahmen der Erwartungen präsentiert.

Hightechs: Genug geprügelt?

Auch die Technologiewerte, die noch am Morgen von den schwachen Nortel-Zahlen belastet worden waren, erholten sich. Epcos Chart zeigen (plus 3,6 Prozent), Infineon Chart zeigen (plus 2,9 Prozent) und SAP Chart zeigen (plus 1,6 Prozent) legten deutlich zu. Infineon zeigte sich fest, obwohl die Kooperationsgespräche mit dem südkoreanischen Mitbewerber Hynix laut Presseberichten gescheitert sind.

Auf der Aktie der Deutsche Telekom Chart zeigen , die im Handelsverlauf erneut unter 16 Euro fiel, lastet weiterhin ein mögliches Platzen des Liberty-Deals sowie die Angst vor massiven Verkäufen aus den USA. Die Aktie reduzierte zum Abend ihre Verluste und ging mit einem Minus von 0.1 Prozent auf 15,71 Euro aus dem Handel.

Poker um HypoVereinsbank

Während die Allianz Chart zeigen ihre Erholung fortsetzte, ging die HypoVereinsbank Chart zeigen mit einem kleinen Minus aus dem Handel. Die zum Versicherungskonzern gehörende Dresdner Bank will nach Medienberichten mit einem Gegenangebot für die von der KirchGruppe gehaltenen Anteile am Axel Springer Verlag das Milliardenangebot der HypoVereinsbank Chart zeigen übertreffen.

Fresenius: Rechtsstreit in den USA

Die Aktien des Dialyse- und Pharmakonzerns Fresenius Medical Care Chart zeigen gingen als Dax-Schlusslicht aus dem Handel: Auf Grund von Rechtsstreitigkeiten in den USA müssen Rückstellungen gebildet werden. Die Rückstellungen von 177 Millionen Dollar nach Steuern seien höher als ursprünglich geplant ausgefallen, sagte ein Händler.

Neuer Markt: Sehr schwach

Trotz einer festen Nasdaq dümpelte der Neue Markt am Aschermittwoch weiterhin in der Verlustzone und konnte sein Minus am Abend nur minimal reduzieren. Zu den wenigen Gewinnern zählten T-Online Chart zeigen und der Anlagenbauer Aixtron Chart zeigen . Sie gehören zu den wenigen Nemax-Werten, für die sich Fondsmanager noch interessieren.

Das Biotechnologie-Schwergewicht Qiagen Chart zeigen wurde von der CSFB auf "Halten" heruntergestuft. Dennoch konnte die Aktie bis zum Abend ihre zunächst deutlichen Verluste auf 0,4 Prozent begrenzen. Mit einem deutlichen Minus gingen dagegen Lion Bioscience Chart zeigen und Evotec Chart zeigen aus dem Handel.

Softmatic: Die nächste Pleite

Schlusslicht im Nemax 50 war Carrier1, die nach dem Insolvenzantrag um weitere 10 Prozent auf 0,18 Euro fielen. Auch Intershop Chart zeigen fiel nach den schwachen Zahlen gestern um weitere 9,8 Prozent und notiert nur noch bei 1,26 Euro. Mit der Softmatic AG stellte ein weiteres Unternehmen vom Neuen Markt einen Insolvenzantrag. Bereits vor der Handelsaussetzung bis 12.20 Uhr war der Aktienpreis um 29,73 Prozent auf 0,26 Euro eingebrochen. "Das ist bestimmt ein Fall für das Bundesaufsichtsamt", sagte ein Händler.

Euro kaum verändert

Gegen 20 Uhr notierte die europäische Gemeinschaftswährung mit 0,872 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch bei 0,8753 (Dienstag: 0,8794) Dollar festgesetzt. Die Entscheidung der EU-Finanzminister, Deutschland und Portugal von einem "Blauen Brief" zu verschonen, hatte am Vortag den Euro nicht nachhaltig belastet.



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.