Börsenschluss T-Aktie machte das Rennen

Bei geringen Umsätzen haben die deutschen Aktien am Montag im Plus geschlossen. Viele Investoren warteten zunächst die Rede des US-Notenbankchef Alan Greenspan ab, sagten Händler. Die Papiere der Deutsche Telekom gingen als Dax-Sieger aus dem Handel.


Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte haben den Handel am Montag fester beendet. Der Handel sei bei geringen Umsätzen ruhig verlaufen, sagte Aktienhändler Fidel Helmer von Hauck & Aufhäuser Privatbankiers. Die Marktteilnehmer hielten sich mit Engagements zurück. Sie befürchteten, dass erneut schlechte Nachrichten den Technologiesektor belasten könnten. Allein im Dax machten High-Tech-Werte an der Gewichtung 40 Prozent aus.

Warten auf US-Notenbankchef Alan Greenspan

Auch Andreas Knöfler von der Berenberg Bank erklärte die Vorsicht mit der Verunsicherung der Anleger nach den jüngsten Geschäftszahlen der US-Technologiefirmen. Der Aktienmarkt warte nun mit Spannung auf die Rede des amerikanischen Notenbankpräsidenten Alan Greenspan am Dienstag im US-Senat zur Wirtschaftslage. Die große Frage laute, ob der Währungshüter eine Zinssenkung andeuten werde oder nicht.

Der Dax legte um 1,04 Prozent auf 6564 Zähler zu. Der Nemax-50 kletterte um 0,84 Prozent auf 2500 Punkte. Der M-Dax schloss unverändert mit 4837 Zählern.

Deutsche Telekom der Tagessieger im Dax

Als Tagessieger bei den Standardwerten gingen die Papiere der Deutsche Telekom mit einem Plus von 2,43 Prozent auf 32,07 Euro aus dem Handel. Analyst Theo Kitz von Merck Finck begründete die Stärke des Papiers mit der gegenwärtig generell hohen Nachfrage nach europäischen Telekom-Aktien. Ein anderer Händler relativierte jedoch angesichts der vorherigen Einbußen die Zuwächse. Diese seien vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Aktie innerhalb von vier Wochen von 39 Euro auf 31 Euro gefallen ist.

Die Aktien des rosa Riesen könnten am Dienstag allerdings unter Druck geraten. Die internationale Ratingagentur Moodys hatte am Abend die Bonitätsaussichten der Telekom von "stabil" auf "negativ" herabgestuft.

Defensive Werte im Dax gefragt

In die Spitze der Gewinnerliste konnten sich vornehmlich defensive Werte eintragen. E.ON legten zum Handelsschluss um 2,39 Prozent auf 57 Euro zu. Die Anteilsscheine von ThyssenKrupp belegten mit plus 2,34 Prozent auf 19,71 Euro Platz drei, gefolgt von Preussag, die mit 2,14 Prozent bei 42 Euro im grünen Bereich standen.

Im selben Boot saßen Adidas-Salomon und Karstadt-Quelle. Einer dieser beiden Konzerne wird am Mittwoch erfahren, dass er sich aus dem Club der ausgewählten 30 DAX-Aktien verabschieden muss. Da die Deutsche Börse ab nächsten Monat voraussichtlich die Post-Aktie in den Index aufnehmen will, muss ein anderes Unternehmen weichen. Adidas fielen um 0,55 Prozent auf 72,63 Euro, während Karstadt-Quelle um 1,26 Prozent auf 39,20 Euro nachließen.

Infineon profitiert von positiver Einschätzung

Nachdem das Investmenthaus Goldman Sachs die Aktien des Halbleiterherstellers von Infineon auf seiner Empfehlungsliste bestätigt hat, konnte die Aktie im Handelsverlauf zeitweilig bis um vier Prozent zulegen. Das Papier ging schließlich mit einem Plus von 1,84 Prozent bei 40,88 Euro aus dem Handel. Siemens notierten zum Handelsschluss mit 0,66 Prozent auf 144 Euro im Plus. Epcos hingegen gingen mit einem Minus von 0,85 Prozent bei 82,49 Euro aus dem Handel.

Die im M-DAX gelisteten Aktien des Fernsehsenders ProSieben waren nicht gefragt. Sie litten unter einem Bericht, wonach die Gesellschaft Einbußen bei ihren Werbeeinnahmen verbucht hat. Die Aktien fielen um 13,51 Prozent auf 32,00 Euro. Die Zeitung hatte berichtet, dass ProSieben im Januar ein Fünftel weniger Werbezeit verkauft hat als im entsprechenden Vorjahresmonat.

"Bescheidene Geschäfte am Neuen Markt

Mit Blick auf die Wachstumswerte am Neuen Markt sprachen Händler von einem "bescheidenen" Geschäft zum Wochenbeginn. Der allgemeine Neue-Markt-Index habe im Tagesverlauf die Pendelbewegungen der Nasdaq um den Vorwochenschluss nachgezeichnet. Einige wenige Aktien hätten nach positiven Unternehmensnachrichten zugelegt. Während am Abend Kleinanleger mit Kaufaufträgen ohne Limit einzelne Kurse bewegt hätten, hielten sich institutionelle Anleger zurück. Sie beobachteten, ob die Nasdaq in den kommenden Wochen weiter zurück falle.

Mobilcom vor Bekanntgabe der Geschäftszahlen schwach

Einen Tag vor der Vorlage vorläufiger Zahlen haben Mobilcom um 0,13 Prozent auf 29,95 Euro nachgegeben. Analysten rechnen damit, dass das Unternehmen im Jahr 2000 unrentabel gearbeitet hat.

Medienwerte notieren uneinheitlich

Recht unterschiedlich entwickelten sich Medienwerte. Constantin Film legten um 5,87 Prozent auf 24,35 Euro zu, nachdem das Unternehmen seine vorläufigen Bilanz für 2000 veröffentlicht hatte. Danach sind die Umsatz- und Gewinn-Planungen übertroffen worden. Während sich EM.TV um 3,07 Prozent auf 7,90 Euro verbilligten, ging es für Intertainment noch stärker abwärts. Die Aktie gab um 6,50 Prozent auf 9,35 Euro nach. Senator Entertainment fielen 8,85 Prozent auf 7,31 Euro. Beide Werte hätten sich ohne konkrete Unternehmensnachrichten innerhalb der normalen Schwankungsbreite bewegt, sagte dazu Harald Heider, Medienanalyst der DG-Bank.

Ein beinahe dreifach gestiegener Umsatz im abgelaufenen Jahr bescherte der Aktie von SHS Informationssysteme ein Plus von 7,25 Prozent auf 18,50 Euro. Nach vorläufigen Berechnungen hat der IT-Berater knapp 29 Millionen Euro eingenommen.

Einen Tag vor der angekündigten Bilanzpressekonferenz verzeichneten der Mobilfunkzulieferer Balda die stärksten Verluste im Nemax-50. Der Kurs sank um 8,30 Prozent auf 21,55 Euro, nachdem die Aktien am frühen Abend sogar bei 19,90 Euro gehandelt worden waren. Bis zum Abend machten United Internet als stärkster Gewinner ihre Verluste vom Freitag mehr als wett. Der Kurs stieg um 4,23 Prozent auf 5,42 Euro.

Die Aktien des Telekomanbieters Drillisch konnten nicht von guten Zahlen profitieren und notierten unverändert bei 6,05 Euro. Im abgelaufenen Jahr stieg der Umsatz um mehr als 30 Prozent auf rund 365 Millionen Mark , teilte das Unternehmen am Montag mit.

Euro auf Erholungskurs

Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 0,9328 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs des Euro auf 0,9288 (Freitag: 0,9227) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,1058 (2,1197) Mark.

Der Bund-Future zehnjähriger Staatsanleihen notierte unverändert mit 109,32 Zählern. Auch der Rentenindex Rex trat auf der Stelle bei 112,84 Punkten. Die Deutsche Bundesbank setzte die Umlaufrendite mit 4,73 (Freitag: 4,76) Prozent fest.



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