Börsenschluss Versicherungswerte unter Druck

Deutliche Kursabschläge bei den Schwergewichten aus der Versicherungsbranche und der Telekom drückten den Dax ins Minus. Infineon ging als Tagessieger aus dem Handel. Der Neue Markt schloss freundlich.


Frankfurt am Main – Fünf Minuten vor Handelsschluss machten sich Händler in Frankfurt noch Hoffnungen auf einen versöhnlichen Ausklang. Wie ein Stein fiel jedoch der Dax in der Schlussauktion und ging mit 5114 Punkten aus dem Handel, ein Minus von 0,7 Prozent. Besser hielt sich dagegen die Wachstumsbörse. Der Nemax 50 kletterte um 1,6 Prozent auf 1335 Zähler.

In den USA sind die Börsen unentschlossen in die Woche gestartet. Der Dow Jones erholte sich von einer frühen Talfahrt und pendelte zum Handelsschluss in Deutschland um die Vortagesschlusslinie bei 9970 Punkten, die Nasdaq präsentierte sich fester und kletterte um 1,5 Prozent auf 1932 Zähler.

Marktbeobachter machten für die Talfahrt des Dax die Umstellung der MSCI-Indizes verantwortlich. Die Gewichtung in den Indizes von Morgan Stanley Capital International soll ab Freitag auf Basis des Streugewichts aktualisiert werden. Darunter leiden in Deutschland vor allem die Versicherungswerte und die Deutsche Telekom. Institutionelle Anleger, die diese Indizes in ihren Fonds nachbilden, müssen nun ihre Portfolios umschichten.

Die Aktien der Münchener Rück Chart zeigen verloren 3,3 Prozent auf 291,21 Euro, Allianz-Titel Chart zeigen gaben 2,4 Prozent auf 260,20 Euro nach. Mit einem Minus von 1,9 Prozent verabschiedete sich die T-Aktie Chart zeigen auf 19,02 Euro aus dem Handel.

Überraschender Tagessieger war Infineon Chart zeigen . Die Titel des Chipproduzenten legten um 4,4 Prozent auf 23,85 Euro zu, da viele Marktteilnehmer auf eine Erholung des Speichermarkts setzen. Die Titel von Siemens Chart zeigen gewannen rund ein Prozent, Epcos Chart zeigen schloss nahezu unverändert.

Die Aktie des Nutzfahrzeug- und Maschinenherstellers MAN Chart zeigen verteuerte sich um 3,6 Prozent auf 23,60 Euro. Konzernlenker Rudolf Rupprecht sucht laut Presseberichten nach neuen Wegen, um bei der geplanten Übernahme des schwedischen Lkw-Herstellers Scania voranzukommen. "Der Nutzfahrzeugbereich von MAN könnte von Scania oder VW übernommen werden", sagte ein Händler. MAN sei ein geeigneter Übernahmekandidat, da das Münchener Unternehmen klein sei, aber erhebliche Kenntnisse im Nutzfahrzeugbereich besitze, fügte ein anderer Händler hinzu. Der Nutzfahrzeug- und Maschinenhersteller könnte allerdings selbst als Käufer am Markt auftreten, betonen weitere Börsianer.

ThyssenKrupp-Titel Chart zeigen gewannen nach einer Empfehlung von Goldman Sachs drei Prozent auf 16 Euro. Die Investmentbank hatte am Morgen bekannt gegeben, die Aktie in ihre renommierte Empfehlungsliste ("Recommended List") aufzunehmen.

Verlierer des Tages war Eon Chart zeigen. Die Aktie verlor 3,4 Prozent auf 57,38 Euro. Auch der Rivale RWE Chart zeigen musste Federn lassen. Die Versorger leiden Marktbeobachtern zufolge unter den schwachen Ölpreisen.

Weitere Pleite am Neuen Markt?

An der Wachstumsbörse wird es für einige ehemalige Schwergewichte brenzlig. Nachdem in der vergangenen Woche Biodata Chart zeigen und Brokat Chart zeigen bereits einen Insolvenzantrag stellen mussten, steht nun Kinowelt Chart zeigen voraussichtlich vor der Pleite. Die unsichere Situation quittierte die Börse am Montag mit einem Kursabschlag von 27,8 Prozent auf 0,65 Euro.

Auslöser für den Kursrutsch: Die niederländische Bank ABN Amro hat ihre Kredite gekündigt. Der Kreditbetrag belaufe sich auf mehr als 100 Millionen Mark, hieß es. Kinowelt ist nach eigenen Abgaben nicht in der Lage, diesen Betrag bis zum 28. November aufzubringen. Wenn keine kurzfristige Einigung mit ABN Amro möglich sei, werde voraussichtlich ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Am Freitag wird Kinowelt ebenso wie Senator Entertainment Chart zeigen Zahlen vorlegen.

Die Aktie des Internet-Dienstleisters T-Online Chart zeigen stieg um 0,6 Prozent auf 14,05 Euro. Die Telekom-Tochter will mit seinen Unterhaltungsangeboten Gebühren im Internet durchsetzen. Marketing-Vorstand Burkard Graßmann sagte der Zeitung "Die Welt", ab Anfang nächsten Jahres würden Gebühren erhoben.

Die Aktien der Online-Broker kletterten trotz der Äußerung des Deutsche-Bank-Vorstands Hermann Josef Lamberti, das reine Online-Brokerage sei tot. Die DAB Bank Chart zeigen gehörte mit einem Zuwachs von 6,1 Prozent zu den größten Gewinnern im Auswahlindex. Comdirect Chart zeigen legten 1,8 Prozent zu. Auch Consors Chart zeigen , die von den Schwierigkeiten der Schmidt Bank belastet wird, konnte nach zuletzt herben Verlusten am Mittag die Talfahrt stoppen und mit einem Gewinn von über 15 Prozent aus dem Handel gehen.

An der Spitze der Gewinnerliste im Nemax 50 stand die Aktie von Adva Chart zeigen , die über 19 Prozent auf 6,81 Euro gewann. "Heut ist halt Adva mal dran", kommentierte ein Händler die Gewinne des Anbieters von optischen Netzwerklösungen. Mit dem aktuellen Plus habe die Aktie den charttechnischen Widerstand bei sechs Euro durchstoßen. Neuigkeiten von Seiten des Unternehmens, die den Kursanstieg rechtfertigen würden, seien ihm nicht bekannt.

Kurs des Euro gestiegen

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Montag bei 0,8818 (Freitag: 0,8795) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2180 (2,2238) Mark. Gegen Handelsschluss notierte der Euro bei 0,8805 Dollar.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6220 (0,6219) Pfund, 109,33 (109,10) Yen und 1,4663 (1,4617) Schweizer Franken fest.



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