Börsenwoche Unsicherheit und Pessimismus

Nach neuen Jahrestiefs wird vor allem am Neuen Markt diese Woche wenig Gutes erwartet. Auch international stehen die Zeichen schlecht.


DPA

Frankfurt am Main - In der kommenden Woche wird am Mittwoch die neue Berichtssaison von Motorola und Yahoo eingeläutet. Mit größerer Spannung als die Quartalszahlen werden Analysten und Anleger jedoch den Ausblick der Unternehmen für das laufende Jahr lauschen. Halten sich die Gesellschaften noch immer bedeckt, wird dies negative Konsequenzen für die Aktienkurse haben, schätzten Analysten der DG Bank.

Bei Motorola wird momentan einen Verlust von zwölf Cent je Aktie erwartet, während für Yahoo mit einem ausgeglichenen Ergebnis gerechnet wird. Das Internet-Portal hatte im ersten Quartal 2001 einen Verlust von 11,5 Millionen Dollar ausgewiesen. Im vergangenen Quartal hatte der Telekommunikationskonzern Motorola 12,8 Mio. Mobiltelefone abgesetzt und hinter dem finnischen Handyproduzenten Nokia einen Marktanteil von 13,2 Prozent erreicht.

Auch der Donnerstag verspricht spannend zu werden: Netzwerk-Spezialist Juniper Networks sowie der Intel-Konkurrent Advanced Micro Devices (AMD) werden ihr Zahlenwerk präsentieren. Während AMD bereits am 5. Juli gewarnt hatte, dass der Gewinn je Aktie im zweiten Quartal mit 3 bis 5 US-Cent deutlich hinter den Schätzungen von 27 Cent zurückbleiben wird, rechnen Analysten bei Juniper mit einem Gewinn pro Aktie von 0,08 Dollar.

Bei den Hauptversammlungen, die in der kommenden Woche anstehen, könnte die Allianz am Mittwoch interessant werden. Zuvor hatte der Münchener Versicherungskonzern den Zeitplan für die Übernahme der Dresdner Bank bekräftigt. Die Übernahme werde nicht durch die Verlängerung der Dauer der ersten EU-Untersuchung bis zum 20. Juli beeinträchtigt.

Am Donnerstag lädt KarstadtQuelle zur Hauptversammlung. Unter den Neuer-Markt-Firmen laden Heyde und Constantin Film ihre Aktionäre ein.

An der Konjunkturfront stehen die US-Erzeugerpreise an. Sie werden nach Einschätzung der DG-Bank-Experten aber keine Hinweise auf einen steigenden Inflationsdruck liefern. In Deutschland stehen Einzelhandelsumsätze, Leistungsbilanz und Handelsbilanz an.



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