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Bonner Nachhilfe für Belgien

aus DER SPIEGEL 36/1987

Nach lautem Protest gegen die von Belgien geplante Autobahngebühr versucht Bonn nun auf die sanfte Tour, das Nachbarland umzustimmen: Eine Maut bringe weit weniger ein als die erhofften 150 Millionen Mark jährlich. Bundesverkehrsminister Jürgen Warnke ließ am Grenzübergang Aachen-Lichtenbusch deutsche Autofahrer befragen, wie oft sie pro Jahr nach Belgien reisen. Ergebnis: Im Durchschnitt fährt jeder 30mal über die Grenze. Da die vorgesehene Gebühr - 37,50 Mark pro Pkw, 75 Mark pro Lkw - für ein ganzes Jahr gilt, würden die Vielfahrer die Einnahmen drücken. Warnkes Beamte kombinierten die Ergebnisse der Umfrage mit vorhandenen Daten und errechneten, daß die Deutschen nur 4,5 bis 5 Millionen Mark an die Belgier abliefern müßten. Da die französischen und holländischen Autofahrer keineswegs die restlichen 145 Millionen Mark aufbringen würden, rechnet Bonn mit einem Einlenken der Belgier- bei so kärglichen Einnahmen lohne es sich nicht, die Nachbarstaaten zu verärgern.

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