Boom bei Autos und Elektronik Japans Industrie stark wie nie

Japan ist – wie Deutschland - ein Hochpreis-Standort, auch dort ziehen es inzwischen viele einheimische Konzerne vor, günstig in China zu produzieren. Dennoch ist die Industrieproduktion in Japan jetzt auf ein Rekordniveau gestiegen. Möglich wird's durch den Export von Autos und Hightech.


Tokio – Das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) gab auf vorläufiger Basis bekannt gab, dass die Industrieproduktion im November um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat gestiegen sei. Die starke Auslandsnachfrage ermutigte die Industrie, ihren Ausstoß an Autos und elektronischen Produkten zu erhöhen.

Passant in Tokio vor Börsentafel: Aufwärtstrend bei Konsum, Produktion, Aktien - und bei den Preisen
REUTERS

Passant in Tokio vor Börsentafel: Aufwärtstrend bei Konsum, Produktion, Aktien - und bei den Preisen

Analysten hatten allerdings im Durchschnitt der Erwartungen mit einem noch stärkeren Anstieg der Produktion von einem Prozent gerechnet. Im Vormonat war die Produktion noch um 1,6 Prozent gewachsen. Im Jahresvergleich kletterte sie im November um 4,8 Prozent. Japan ist die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt und sehr exportorientiert.

Die starke Produktion, steigende Verbraucherpreise und anziehende Konsumausgaben könnten die Zentralbank veranlassen, die Zinsen bereits im Januar anzuheben.

Die Bank von Japan (BoJ) hatte bei ihrer letzten Sitzung für dieses Jahr in der vergangenen Woche einstimmig beschlossen, die Zinsen vorerst nicht weiter zu erhöhen. Im Juli hatte die Zentralbank nach fast sechsjähriger Null-Zins-Politik den Satz für Tagesgeld auf 0,25 Prozent angehoben und ihn seither bei dieser Marke belassen. Ihre nächste Zinsentscheidung fällt die BoJ am 18. Januar.

Die Aktienbörse in Tokio hat nach richtungslosem Handel – und trotz Rekordmarken der Börsen in New York - kaum verändert geschlossen. Der Nikkei Chart zeigen-Index für 225 Standardwerte schaffte ein hauchdünnes Plus von 1,66 Punkten oder 0,01 Prozent und schloss bei 17.224,81 Punkten. Der breit gefasste Topix verbesserte sich um 1,96 Punkte oder 0,12 Prozent auf 1678,91 Zähler.

Der Markt bewegte sich laut Händlern zwischen Gewinnmitnahmen bei einigen Elektroniktiteln und "Schnäppchenkäufen" bei Bank- und Stahlaktien. Am Freitag beendet die Börse in Tokio den Handel für dieses Jahr nach halber Sitzung und startet wieder am 4. Januar.

itz/dpa



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