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STEUERN Boom zum Stichtag?

aus DER SPIEGEL 2/2003

Aktienhändler erwarten in den nächsten Wochen überdurchschnittliche Provisionen: Anleger, die seit vielen Jahren Aktien halten, werden ihre Papiere bis zum 20. Februar abstoßen, um den Spekulationsgewinn steuerfrei zu kassieren. Wer an langfristig wieder steigende Kurse glaubt, wird vor diesem Stichtag in Aktien investieren, weil künftige Veräußerungsgewinne dann niedriger besteuert werden. Voraussichtlich ab 21. Februar nämlich wird die von Finanzminister Hans Eichel entworfene neue Spekulationsteuer fällig: Wer ab diesem Zeitpunkt Aktien kauft, muss bei einem späteren Verkauf den Gewinn mit 7,5 Prozent versteuern - das ist wesentlich günstiger als in den meisten anderen Staaten. Wer vorher gekauft hat, zahlt nur 0,75 Prozent vom gesamten Verkaufserlös. Verluste können nur zur Hälfte mit Spekulationsgewinnen verrechnet werden. Die neue Besteuerung ist nach einigen Korrekturen unerwartet günstig für Aktionäre ausgefallen; zudem ist auch die ursprünglich geplante Doppelbesteuerung von Fonds vom Tisch. Die Fondsgesellschaften hatten erfolgreich dagegen protestiert, dass sie Kursgewinne versteuern und ihre Anleger dann noch einmal die Wertsteigerung ihrer Fonds-Anteile versteuern sollten.

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