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Zeche in Bottrop geschlossen Die letzten sieben Kilo deutscher Steinkohle

In der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop haben Kumpel das letzte Stück Steinkohle aus deutschem Boden gefördert. Bundespräsident Steinmeier spricht von einem "Tag der Trauer" für die Bergleute.

Die Förderung von Steinkohle in Deutschland hat offiziell geendet. Auf dem Festakt auf der Schachtanlage Prosper-Haniel in Bottrop erhielt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das letzte abgebaute Steinkohlestück. Acht Bergleute hatten es nach oben gebracht. Mit der Veranstaltung schloss die letzte noch fördernde Steinkohlezeche Deutschlands . Nach fast 200 Jahren wird in Deutschland ab jetzt nur noch Braunkohle abgebaut.

"Das ist ein Tag der Trauer für Sie", sagte Steinmeier, nachdem ihm Reviersteiger Jürgen Jakubeit am Schacht den etwa sieben Kilogramm schweren Kohlebrocken überreicht hatte. Es sei nicht nur ein Stück Kohle, sondern auch ein Stück Geschichte, das er in der Hand halte, sagte Steinmeier.

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Steinkohle-Ende in Bottrop: Die letzte Zeche schließt

Foto: Federico Gambarini/ dpa

Zu dem Festakt waren 500 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur geladen. "Heute ist ein schwarzer Tag", sagte der Chef des Bergbaukonzerns RAG, Peter Schrimpf. Die RAG (früher Ruhrkohle AG) führte die Zeche in Bottrop. Schrimpf sagte weiter, die Steinkohleförderung in Deutschland werde "endgültig und unwiderruflich" eingestellt. "Diesen Schlusspunkt zu setzen, fällt jedem Bergmann schwer." Es lasse sich kaum in Worte fassen, "was unsere Bergleute heute fühlen".

Das Aus für die Steinkohleförderung  hatten die Bundesregierung, die Kohleländer Nordrhein-Westfalen und Saarland sowie die Bergbaugewerkschaft IG BCE im Jahr 2007 vereinbart. Rund 33.000 Bergleute und andere Mitarbeiter waren damals auf den Zechen beschäftigt. Zuletzt hatte der Bergbaukonzern RAG noch 3000 Mitarbeiter. Großzügige Vorruhestandsregelungen sorgten dafür, dass es keine Entlassungen beim Personalabbau gab.

Video: Abschied von der Kohle

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Juncker: "Kohle und Wohlstand sind untrennbar"

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hob vor Beginn der Veranstaltung die europäische Dimension des Bergbaus hervor. Ohne Kohle und Stahl hätte es den Aufbruch zur europäischen Einigung nicht gegeben. "Kohle und Wohlstand sind untrennbar", sagte Juncker. Im Jahr 1951 hatten Frankreich, Italien, die Bundesrepublik und die Beneluxländer den Bergbau sowie die Eisen- und Stahlindustrie einer europäischen Aufsicht unterstellt. Die Montanunion gilt als Keimzelle der Europäischen Union.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) äußerte sich in einer Videobotschaft zum Ende der Steinkohleförderung. "Ein großes Kapitel deutscher Industriegeschichte geht zu Ende", sagte er. "Gerade hier in Nordrhein-Westfalen haben wir der Steinkohle, dem 'schwarzen Gold', so viel zu verdanken: Hunderttausende Arbeitsplätze, Wohlstand für viele Familien und eine Energieversorgung, die die Industrie in unserem Land erst so stark gemacht hat", so Laschet. "Das Zeitalter der Kohle ist eine Erfolgsgeschichte."

In diesem Jahr förderten die Bergleute noch etwa 2,6 Millionen Tonnen Steinkohle. In der Hochzeit der Kohleförderung in den Fünfzigerjahren waren es mehr als 150 Millionen Tonnen pro Jahr. Umweltschützer hatten in der Vergangenheit immer wieder gegen die Steinkohleförderung demonstriert. Und auch von den stillgelegten Zechenkönnen noch Gefahren für die Umwelt ausgehen.

Mit der Schließung der letzten Zeche ist der Einsatz der Steinkohle in Deutschland aber nicht zu Ende: Bei der Stromerzeugung und in den Stahlwerken wird sie künftig komplett durch Importkohle ersetzt. Wie viel Steinkohle in den kommenden Jahren verstromt wird, dürfte auch von den Ergebnissen der Beratungen der derzeit tagenden Kohlekommission abhängen. In diesem Jahr hat Steinkohle zu 13 Prozent der deutschen Stromerzeugung beigetragen.

kko/dpa/AFP
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