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25. Juli 2006, 13:56 Uhr

BP

Ölpreis treibt Profit, Chef kündigt Rückzieher an

Der Anstieg der Ölpreise hat dem Energiekonzern BP bisher unübertroffene Profite beschert. Konzernchef Lord Browne nutzt die Gelegenheit, um über seine Pensionierung zu sprechen.

London - Der Quartalsüberschuss bei BP stieg im Jahresvergleich von 4,99 auf 6,12 Milliarden Dollar (rund 4,83 Milliarden Euro), wie Konzernchef Lord John Browne in London berichtete. Der Umsatz von BP wuchs auf 73,47 Milliarden Dollar, nach 59,27 im Vorjahreszeitraum. BP profitiert so, ähnlich wie seine Konkurrenten, von den rekordhohen Ölpreisen.

BP-Boss Lord Browne: Kein neuer Vertrag
AFP

BP-Boss Lord Browne: Kein neuer Vertrag

Längerfristig dürften die Preise für ein Fass (159 Liter) Rohöl wieder sinken, sagte Browne. Der Konzern rechne mittelfristig mit Ölpreisen von mehr als 40 Dollar je Barrel - derzeit liegen sie über 70.

BP hatte im vergangenen Jahr einige Ölplattformen infolge der verheerenden Hurrikane im vergangenen Jahr schließen müssen. Hinzu kam eine Sonderbelastung von 500 Millionen Dollar für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten wegen der Explosion in einer Raffinerie in Texas, bei der 15 Arbeiter im vergangenen März ums Leben gekommen waren.

BP kündigte an, eine weitere Milliarde Dollar zu den ohnehin schon vorgesehenen sechs Milliarden für die Verbesserung der Sicherheit seiner US-Raffinerien und die Reparatur von Pipelines in Alaska einzuplanen.

Endpunkt 2008

Angesichts von anhaltenden Spekulationen über eine Vertragsverlängerung bekräftigte Lord Browne, dass er seinen Chefposten 2008 aufgeben wird. Der 58-Jährige, der als einer der erfolgreichsten britischen Manager gilt, erteilte Spekulationen über eine neuen Vertrag eine Absage. "Ich werde mich 2008 zurückziehen. Selbst wenn man mich fragen würde, würde ich nicht länger bleiben", sagte Lord Browne.

Der Top-Manager erreicht im übernächsten Jahr die Altersgrenze von 60 Jahren, die bei BP für den Chefposten gilt. In jüngster Zeit hatte es jedoch Berichte gegeben, dass er länger bleiben will. Browne steht seit 1995 an der Spitze des Konzerns.

itz/dpa/AP

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