Kahlschlag im Amazonas Brasilien gelobt Besserung, Experten misstrauisch

Wegen steigenden Drucks aus der Wirtschaft will Brasiliens Regierung die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes bremsen. Fachleute fürchten leere Versprechen.
Illegale Brandrodung im brasilianischen Amazonas (Archivbild)

Illegale Brandrodung im brasilianischen Amazonas (Archivbild)

Foto: Andre Penner/ AP

Mit Polizeieinsätzen gegen illegale Holzfäller, mehr Regulierung und zusätzlichen Mitteln für den Umweltschutz will Brasiliens Regierung die Abholzung des Amazonas auf "ein akzeptables Maß" senken. Das sagte Vizepräsident Hamilton Mourão nach einer Videokonferenz mit europäischen Investoren. Umweltminister Ricardo Salles kündigte laut dem Nachrichtenportal G1 an , Brandrodungen im Amazonasgebiet für 120 Tage zu verbieten.

Laut einem Bericht der Wirtschaftszeitung "Valor Econômico"  hatten zuvor 38 brasilianische und ausländische Firmen die Regierung zu konkreten Schritten gegen die Abholzung aufgerufen. Sie sorgen sich offenbar um das Image der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas. Beispielsweise bremsen wegen der Abholzung des Regenwaldes einige EU-Länder die Umsetzung des Freihandelsabkommens der Europäischen Union mit dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur.

Ob Brasilien tatsächlich seine Bemühungen gegen die Abholzung erhöht, scheint Experten fraglich. Präsident Jair Bolsonaro sieht den Regenwald vor allem als ungenutzte Wirtschaftsfläche und hat sich Ratschläge aus dem Ausland in der Vergangenheit stets verbeten. Zuletzt trieb er ein Gesetz voran, mit dem der Raub von Ländereien im Amazonasgebiet beispielsweise durch Farmer nachträglich legalisiert werden soll.

ssu/dpa