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25. Mai 2018, 21:26 Uhr

Dieselpreis-Proteste in Brasilien

Sicherheitskräfte gehen gegen streikende Trucker vor

Aus Protest gegen hohe Dieselpreise haben streikende Fernfahrer weite Teile von Brasilien lahmgelegt. Nachdem Verhandlungen gescheitert waren, ordnete Präsident Temer die Auflösung der Blockaden an.

Nach tagelangen Straßenblockaden durch streikende Lastwagenfahrer hat die brasilianische Regierung die Räumung durch Sicherheitskräfte angeordnet. Präsident Michel Temer erteilte am Freitag die Anweisung, die Straßensperren aufzulösen. Mit ihrem Protest hatten die Lkw-Fahrer das Land seit mehreren Tagen nahezu komplett lahmgelegt, die Versorgung mit Lebensmitteln und Treibstoffen ist stark beeinträchtigt.

Der Protest der Fahrer richtet sich gegen hohe Dieselpreise des staatlichen Ölkonzerns Petrobras. Diesem war 2016 erlaubt worden, die Preise selbst festzulegen. Außerdem spielt der jüngste Anstieg der weltweiten Ölpreise eine Rolle - allein im Mai ist der Benzinpreis um etwa 12 und der Dieselpreis um 9,3 Prozent gestiegen.

Die Regierung hatte sich am Donnerstagabend mit Vertretern der Trucker darauf geeinigt, dass die Fahrer ihre Blockaden für 15 Tage zunächst aussetzen. Im Gegenzug sollte Petrobras den Dieselpreis für einen Monat um zehn Prozent senken. Allerdings setzten die Fernfahrer ihren Protest am Freitag fort, da sie noch keine Anweisung ihrer Unterhändler erhalten hätten, die Blockade aufzuheben.

"Wir werden nicht hinnehmen, dass die Bevölkerung von lebensnotwendigen Gütern abgeschnitten wird", sagte Temer im Fernsehen. Die Regierung akzeptiere die Forderungen, aber eine "radikale Minderheit" der Fahrer setze die Blockaden fort.

Die Straßenblockaden führen in dem Flächenland zu gravierenden Schwierigkeiten, weil die Güterverteilung stockt. Supermärkte und Tankstellen haben keinen Nachschub mehr, die komplette brasilianische Autoindustrie musste ihre Produktion stoppen.

Am Flughafen der Hauptstadt Brasilia fielen erste Flüge aus, weil Maschinen nicht betankt werden konnten. Der Bürgermeister der Wirtschaftsmetropole Sao Paulo rief am Freitag den Notstand aus. Dies sollte den Behörden erlauben, Treibstoff und andere Dinge in Privatbesitz zu beschlagnahmen.

oka/AFP/dpa

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