Brau und Brunnen Der Chef gibt auf

Rainer Verstynen, Chef des angeschlagenen Getränkekonzerns Brau und Brunnen, wirft das Handtuch. Er konnte sich mit seinem Sanierungskonzept nicht durchsetzen.

Dortmund - Verstynen trat auf einer Aufsichtsratssitzung am Mittwoch mit sofortiger Wirkung zurück. Grund für die Trennung seien unterschiedliche Auffassungen über die weitere Unternehmenspolitik, teilte Brau und Brunnen am Mittwoch mit.

Der Aufsichtsrat hatte am Mittwoch über Sanierungskonzepte beraten wollen, kam dabei aber offenbar zu keinem Ergebnis. Eine Stellungnahme zu den Ergebnissen der Sitzung lehnte Brau und Brunnen ab.

Hintergrund der Sanierungsbemühungen sind die in den vergangenen Jahre angehäuften Verluste in Höhe von 350 Millionen Mark und eine im September geplatzte Fusion mit der Brauholding der Münchner Schörghuber-Gruppe.

Seit längerem ist der Kurs von Brau und Brunnen ungewiss. In den vergangenen fünf Jahren hat der Getränkekonzern 1,5 Millionen Hektoliter seines Bierabsatzes verloren. Während das Geschäft mit den nichtalkoholischen Getränken wie Schweppes gut läuft, machten die Brauereien einen Verlust in Höhe von 70 Millionen Mark. Im Juni 2000 prüfte die bayerische Schörghuber-Gruppe eine Fusion. Die Fusion platzte, weil die HypoVereinsbank, Großaktionärin von Brau und Brunnen, nicht mitspielte.

Am 2. November hatte der Aufsichtsrat noch auf Vorschlag des Vorstandes dem Abbau von 400 Arbeitsplätzen innerhalb von drei Jahren im Geschäftsbereich Bier zugestimmt. Betroffen wären insbesondere die Brauereien Schlösser in Düsseldorf und Schultheiss in Berlin. Damit würde der Personalstand auf 3100 Beschäftigte sinken.

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