Brinkmann-Pleite Metro denkt über Beteiligung nach

Der Handelskonzern Metro ist an einem Einstieg bei der zahlungsunfähigen Technikkaufhausgruppe Brinkmann interessiert. Eine vollständige Übernahme soll aber ausgeschlossen sein.

Hamburg - Man prüfe eine Beteiligung an Brinkmann, sagte Metro-Sprecherin Marina Weise. In absehbarer Zeit wisse man mehr. Ein totaler Aufkauf steht nach Weises Aussagen nicht zur Diskussion.

In Metro-Kreisen hieß es, eine vollständige Übernahme der Kette mit 46 Häusern sei kartellrechtlich problematisch, weil in mehreren Städten Media-Saturn-Filialen und Brinkmann-Häuser nahe beieinander liegen. Metro betreibt 314 Media-Saturn-Märkte. Analysten bezeichneten die Pläne als sinnvoll, wenn Metro dadurch etwa beim Einkauf Kostenvorteile erzielen könnte.

Der Geschäftsführende Gesellschafter der Ernst Brinkmann KG, Robert Meyer, hatte in dieser Woche mitgeteilt, namhafte Partner hätten ein mögliches Interesse geäußert, große Teile von Brinkmann zu übernehmen. Namen hatte Meyer allerdings nicht genannt. Es gab jedoch Gerüchte, dass Karstadt-Quelle und die US-Handelskette Wal-Mart einem Kauf nicht abgeneigt seien. Während Karstadt dementierte, wollte Wal-Mart die Spekulationen nicht kommentieren.

Brinkmann hatte am 1. Februar wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt. Früheren Angaben zufolge schreibt die Gruppe mit 46 Einzelunternehmen und 4500 Beschäftigten seit mehreren Jahren rote Zahlen. Bei Umsätzen von rund zwei Milliarden Mark habe der Verlust im Jahr 2000 etwa 30 Millionen Mark betragen, sagte Meyer. Im Vorjahr habe die Gruppe "noch etwas schlechter" abgeschnitten. Die Bankverbindlichkeiten der Gruppe belaufen sich nach Meyers Angaben auf rund 69 Millionen Mark. Als Gründe für die großen Schwierigkeiten des Unternehmens nannte Meyer eine sich verändernde Marktsituation, die für Brinkmann ebenso wie für seine Mitbewerber immer schwieriger würde.

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