Brummendes Weihnachtsgeschäft Deutschland im Kaufrausch, Computer werden knapp

Viele Einzelhändler sind vom Wirtschaftsaufschwung überrascht worden: Lego, Ikea und Elektronikläden melden Lieferprobleme im Weihnachtsgeschäft.


Berlin - Die Konsumfreude der Deutschen lasse das Angebot an Computern, Flachbildschirmen und Notebooks knapper werden, berichtet die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Die Einzelhändler erhielten bei zahlreichen Konsumartikeln derzeit keine Ware oder weniger als bestellt.

Flachbildfernseher: Konsumfreude der Deutschen überrascht Händler
DPA

Flachbildfernseher: Konsumfreude der Deutschen überrascht Händler

Der Direktor des IW, Michael Hüther, erklärte, viele Unternehmen seien offensichtlich vom starken Aufschwung in Deutschland überrascht worden. Nach Lego und Ikea melden dem Bericht zufolge nun auch Elektrogeschäfte Lieferprobleme. Außerdem sei in Baumärkten Dämmmaterial ausverkauft. Bei Gerüsten bestünden Wartezeiten von bis zu neun Monaten. Hüther rät laut "Wirtschaftswoche" den Unternehmen zu einer optimistischeren Planung, da sich der Aufschwung verfestige.

Der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, bestätigte, dass die Umsätze anzögen.

Eine ipsos-Umfrage im Auftrag der "Financial Times Deutschland" kommt unterdessen zu dem Schluss, dass die Deutschen sich vorgenommen haben, dieses Jahr bei den Weihnachtsgeschenken zu sparen. Im Durchschnitt wollten sie nur noch 413 Euro für Präsente ausgeben. Das wären 32 Euro weniger als 2005.

Allerdings erklärten nur 20 Prozent der Befragten, dass sie weniger ausgeben wollen als im Vorjahr. Zwei Drittel erklärten, sie würden etwa genauso viel ausgeben. 12 Prozent wollen sogar mehr ausgeben. Letzteres trifft vor allem auf die Jüngeren zu.

Die Weihnachtsausgaben sinken der Umfrage zufolge stärker in den unteren Einkommensgruppen bis 2.500 Euro Einkommen. In Haushalten mit Nettoeinkommen bis 1.499 Euro etwa stehen dieses Jahr durchschnittlich 271 Euro für Geschenke zur Verfügung. Im Vorjahr waren es 294 Euro. Bei Haushalten mit einem Monatsnettoeinkommen von über 3.500 Euro sinkt der Wert von 817 Euro im Vorjahr auf 796 Euro.

cvo/ap



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