Bund und Bayern Mehr Millionen für den Transrapid

Die bayerische Landesregierung spricht von einem "Riesensprung" nach vorn: Der Bund und Bayern stocken ihre Beiträge zur Finanzierung der Münchner Transrapidstrecke auf. Das soll helfen, das umstrittene Projekt doch noch zu verwirklichen.


Berlin/München - Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und sein bayerischer Kollege Erwin Huber (CSU) erklärten nach einem Treffen in Berlin, sie wollten das Vorhaben in gemeinsamer Verantwortung vorantreiben. Die Gespräche werden Anfang kommenden Jahres fortgesetzt. Bayern will seinen Anteil an der Finanzierung der Strecke vom Hauptbahnhof zum Münchner Flughafen von derzeit 185 Millionen Euro auf rund 300 Millionen Euro aufstocken.

Tiefensee erklärte, auch dem Bund sei bewusst, dass er für eine erfolgreiche Finanzierung seinen Anteil von bisher im Haushalt abgesicherten 550 Millionen Euro erhöhen müsse. Maximal dürfe der Bund die Hälfte der auf 1,85 Milliarden Euro geschätzten Gesamtkosten tragen. Dieses sei die vom Gesetzgeber festgelegte Obergrenze. Konkrete Zahlen nannte Tiefensee aber nicht. Zusätzlich hat die Deutsche Bahn bisher 185 Millionen Euro zugesagt. Huber und Tiefensee gingen ferner von Beiträgen auch des Münchner Flughafens, der EU und der Industrie aus.

Huber sprach von einem "Riesensprung" bei den seit Monaten stockenden Finanzierungsverhandlungen. Es bleibe nun nur noch "eine kleine Finanzierungslücke". Bei erfolgreichen Gesprächen würden Anfang 2007 Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Projekt endgültig absegnen. Der Bund habe klar zum Ausdruck gebracht, dass er das Münchner Transrapid-Projekt wolle. Tiefensee habe "engagiert und konstruktiv" verhandelt, so Huber.

Nach der Bergung des Transrapid-Wracks im niedersächsischen Lathen liegt die Zukunft des emsländischen Testbetriebs unterdessen immer noch im Dunkeln. Zwar gingen die bisherigen Planungen davon aus, dass die neue Transrapid-Generation "TR 09" vom Frühjahr 2007 an in Lathen getestet werde, sagte die Sprecherin der Betreibergesellschaft IABG.

Zugleich wies sie aber einen Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zurück, wonach Vorbereitungen für eine Weiterentwicklung der Teststrecke im Emsland bereits angelaufen seien. Am 22. September waren auf der Teststrecke 23 Menschen ums Leben gekommen, als der Transrapid mit Tempo 160 auf einen Werkstattwagen auffuhr.

itz/dpa-AFX



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