Bundesagentur für Arbeit Online-Vermittlung wird noch teurer

Neue Skandalbotschaft aus der Bundesagentur für Arbeit: Die elektronische Stellenvermittlung wird möglicherweise noch teurer als bislang bekannt. Das geht aus einem internen Sachstandsbericht des Vorstandes zum "virtuellen Arbeitsmarkt" hervor.

Hamburg - Laut dem Papier, das dem SPIEGEL vorliegt, enthält der weitere Ausbau des Online-Angebots zahlreiche technische Risiken, die "zu weiteren Kostensteigerungen führen können". Die möglichen Mehrausgaben könnten zwar "noch nicht beziffert werden", so der Bericht. Sie seien aber "in der bisherigen Kostenübersicht nicht enthalten".

Erst vor wenigen Wochen hatte Agentur- Chef Frank-Jürgen Weise den Gesamtaufwand des Projekts mit rund 165 Millionen Euro beziffert, nachdem seine Controller zuvor ermittelt hatten, dass das Projekt wesentlich teurer wird als ursprünglich geplant. Zu den bislang nicht einkalkulierten Risiken zählen zu geringe Leistungskapazitäten des Systems sowie die "Komplexität und Vielzahl der zu berücksichtigenden Schnittstellen". Das Sicherheitskonzept der geplanten zweiten Ausbaustufe sei zudem "bislang wegen Mängeln nicht abgenommen" worden.

Darüber hinaus bestätigt der Bericht den Verdacht, dass mehrere Aufträge des Projekts möglicherweise nicht ordnungsgemäß erteilt worden sind. So habe die Agentur zahlreiche Zusatzleistungen ohne Ausschreibung an die Kronberger Software-Firma Accenture vergeben, obwohl die "Voraussetzungen hierfür nicht hinreichend dargelegt wurden". Der Verstoß gegen das Vergaberecht, so der Bericht, begründe aber "nach derzeitigem Kenntnisstand keine Regressforderungen Dritter".

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