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Bundesbank: Falsches Signal vom Kapitalmarkt

aus DER SPIEGEL 34/1979

Gar nicht glücklich sind etliche Mitglieder des Zentralbankrats darüber, daß auf dem Kapitalmarkt die Zinsen gesunken sind. Ein Notenbanker: »Das ist ein falsches Signal, das sieht so aus, als sei alles überstanden.« Der Abwärtstrend paßt den Frankfurter Geldmanagern nicht, weil sie mit hohem Geldpreis das inflationsfördernde Konjunkturtempo abbremsen wollen. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat der Zentralbankrat daher den Privatbanken die Möglichkeit, sich Geld bei der Notenbank zu beschaffen, weiter eingeschränkt. Konnten die Geschäfts-Banker bis vor kurzem unbegrenzt ihre Wertpapiere gegen Bares verpfänden, so haben die Frankfurter nun diese Geldquelle etwas abgedichtet: Die sogenannten Lombard-Kredite werden von den Landeszentralbanken nicht mehr so generös wie bisher vergeben. Zeitweise nämlich hatten sich die Banken über den Lombard-Kredit zehn Milliarden Mark bei der Bundesbank geborgt. Einige Notenbanker hätten am liebsten die Vergabe von Lombard-Krediten für die nächsten Monate ganz eingestellt und nur noch in Ausnahmefällen Sonder-Lombarde zugelassen. Doch dieser Vorschlag wurde vom Zentralbankrat mit großer Mehrheit abgeschmettert.

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