Bundesbank Preissteigerungsrate trotz Ölpreis stabil

Der gefestigte Aufschwung in Deutschland wird nach Ansicht der Bundesbank "zu neuen Arbeitsplätzen und einer steigenden Beschäftigung führen". Für das zweite Quartal ermittelten die Volkswirte eine merkliche Zunahme des Wirtschaftswachstums bei relativ stabiler Inflation.


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Frankfurt am Main - Der Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) dürfte sich um 3,25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöht haben. Im ersten Vierteljahr seien es nur 2,25 Prozent gewesen, schreibt die Bundesbank in ihrem August-Bericht. Die stärksten Impulse seien erneut vom Export gekommen. Das Volumen der Auftragseingänge habe sich in den letzten Monaten nochmals spürbar vergrößert, hieß es.

Die negativen Auswirkungen der starken Ölverteuerung auf die Inflation sind nach Darstellung der Bundesbank bislang weniger drastisch ausgefallen als in vergleichbaren Fällen in den siebziger und achtziger Jahren. Dies wird mit der mittlerweile geringeren Ölabhängigkeit der deutschen Volkswirtschaft begründet. Vor allem die moderaten Tarifabschlüsse hätten für eine inländische Kostendisziplin gegen die außenwirtschaftlichen Preisanstöße gesorgt. Auch der starke Konkurrenzdruck bei Industriegütern sowie der Preiskampf der großen Handelsketten ließen nur geringe Preiserhöhungen zu. Die weitere Preisentwicklung müsse aber sorgfältig beobachtet werden, mahnt die Bundesbank.

Nach der Eintrübung 1999 hätten sich die Gewinne der Unternehmen wieder sichtlich verbessert. "Hierfür spricht, dass die Lohnkosten je Umsatzeinheit auch unter dem Eindruck eines starken Produktivitätsanstiegs entlastend wirkten." Auf Grund der hohen Auslastung der Produktionsanlagen dürften die Investitionen stärker zu neuen Arbeitsplätzen und einer steigenden Beschäftigung führen, prognostiziert die Bundesbank.



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