Bundesentwicklungsminister Müller Pandemie treibt Hunderttausende in Kinderarbeit

Bundesentwicklungsminister Müller warnt vor mehr Kinderarbeit in der Coronakrise. Moderne Sklaverei müsse ein Ende haben: »Es ist unbegreiflich, aber durchschnittlich arbeiten 50 Sklaven für jeden von uns«.
Der neunjährige Moahe hilft beim Trocknen der Kakaobohnen in Konan Yaokro, Elfenbeinküste

Der neunjährige Moahe hilft beim Trocknen der Kakaobohnen in Konan Yaokro, Elfenbeinküste

Foto: Jürgen Bätz / dpa

Die Coronapandemie drängt laut Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) Hunderttausende Kinder weltweit zusätzlich in die Kinderarbeit. Dies zeigten Schätzungen von Unicef.

»Das ist moderne Sklaverei«, sagte Müller der Zeitung »Augsburger Allgemeine«. Dabei gehöre Sklaverei »schon lange in die Geschichtsbücher und nicht in eine globalisierte Welt«. Er forderte ein Ende der modernen Sklaverei. »Jeder Mensch hat das Recht auf ein Leben in Würde – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit«, sagte er der Zeitung.

Müller äußerte sich anlässlich des Tags zum Gedenken an die Opfer der Sklaverei. »Die bittere Realität ist: Über 70 Millionen Kinder schuften unter ausbeuterischen Bedingungen, auf den Kakao- und Kaffeeplantagen Afrikas, in Fabriken und Minen – auch für unseren Wohlstand«, sagte er. »Es ist unbegreiflich, aber durchschnittlich arbeiten 50 Sklaven für jeden von uns«.

Lieferkettengesetz könne Kinder schützen

Das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Lieferkettengesetz könne dazu beitragen, die Verhältnisse zu ändern. Es lege verbindliche Standards zur Einhaltung von Menschenrechten in den Lieferketten fest. »Eine gerechte Globalisierung ist die soziale Frage des 21. Jahrhunderts«, betonte Müller.

caw/AFP