Bundesliga DFL will Vermarktung an Kirch abgeben

Die Deutsche Fußball Liga plant, dem Unternehmer Leo Kirch die Vermarktung der TV-Rechte an der Bundesliga zu übertragen. Informationen des SPIEGEL zufolge wird die DFL den 36 Bundesliga-Clubs auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstag die Pläne vorlegen.

Hamburg - Schon am Montag beraten DFL-Geschäftsführung und -Vorstand über die Idee. Zur Diskussion steht dem Vernehmen nach, ob der Ex-Medienpleitier im Auftrag der Liga die Rechte für die nächsten drei Saisons ab 2009 vertreibt. Die DFL würde die Rechte dabei offenbar nicht an Kirch verkaufen, sondern dessen Agentur nur mit Ausschreibung und Vergabe betrauen und so selbst die Hoheit über die Verträge mit den Sendern behalten.

Wahrscheinlich ist aber, dass die DFL die Vermarktung nur aus der Hand gibt, wenn Kirchs Agentur deutlich höhere Einnahmen aus dem Rechteverkauf garantiert als die gut 440 Millionen Euro je Saison aus der letzten Vergaberunde. Nachdem die Kirch-Pleite die Vereine 2002 schon einmal finanziell in Not gebracht hat, müsste Kirch die Clubs zudem mit einer hohen Bankbürgschaft überzeugen. Die Sorge der Fußball-Manager ist groß, "dass man am Ende mit einem Ofenrohr ins Gebirge guckt", wie ein Vereinschef formuliert.

Auf Kirch-Seiten geht man davon aus, künftig etwa auch Kabelnetzbetreibern und Satellitenfirmen Spiele und Zusammenfassungen zu verkaufen und so die Zahl der Abnehmer zu erhöhen. Mit von der Partie wäre dabei womöglich die EM.Sport Media, an der sich Kirchs Firma KF 15 vor zwei Wochen als Großaktionär beteiligt hatte: Deren Tochter Plazamedia produziert für Premiere die Bundesliga und könnte künftig auch das Programm für die Netzbetreiber liefern.

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