Privater Gasverbrauch Saunaverbot und Einschränkungen für Singles möglich

Was, wenn das russische Gas ausbleibt? Dann haben private Verbraucher zwar Vorrang – aber sparen müssten sie auch, erklärt Klaus Müller, der neue Chef der Bundesnetzagentur.
Klaus Müller (Archivfoto)

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Ralf Hirschberger / picture alliance /dpa

Der neue Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, fordert Unternehmen und Bürger auf, ihren Gasverbrauch zu senken – sonst seien Einschränkungen möglich. Das sagte Müller der Wochenzeitung »Die Zeit« laut Vorabbericht.

Auf die Frage, ob Saunen und große Singlewohnungen künftig noch ständig beheizt werden könnten, sagte er: »Nein, ich glaube, dass das in einer Gasnotlage auf gar keinen Fall mehr zu rechtfertigen wäre.« Der private Verbrauch sei noch zu hoch, hier spiegele sich die Krise noch nicht wider.

Nach europäischen Vorgaben seien private Haushalte, aber auch Krankenhäuser und Gaskraftwerke, die für die Fernwärmeversorgung zuständig sind, besonders geschützt. »Richtig ist aber, dass der uneingeschränkte Schutz für private Verbraucher sehr schwer vermittelbar ist«, so Müller.

In einer Notlage seien die wichtigsten Branchen und Unternehmen zu identifizieren. Das seien zum Beispiel Firmen aus dem Lebensmittel- und Pharmabereich.

Sollte der Krieg in der Ukraine weiter eskalieren und die Bundesregierung die Alarmstufe ausrufen, dann wäre die Zeit gekommen, den Verbrauch einzelner Privatpersonen zu beschränken. »Es gibt drei Parameter, die eine Gasnotlage abwenden können: wenn es uns gelingt, den Verbrauch runterzubringen. Wenn es uns gelingt, mehr Gas zu bekommen. Und wenn es uns gelingt, zwischendurch die Speicher zu füllen.« Im Notfall würde das Gas aktuell bis zum Spätsommer oder Frühherbst reichen.

Derzeit ist der politische Druck hoch, die Energieimporte aus Russland zu beschränken, weil der russische Staat damit zuverlässige Einnahmequellen hat und bislang keinerlei erkennbare Probleme, den Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren. So wird die Wirkung der Wirtschaftssanktionen des Westens gegen das Land empfindlich eingeschränkt. Umgekehrt könnte im Kriegsverlauf auch Moskau seine Gaslieferungen als Waffe einsetzen und die Versorgung einstellen, um der europäischen Wirtschaft zu schaden. Wirtschaftsminister Robert Habeck hat deshalb bereits die Frühwarnstufe eines Notfallplans für solch einen Fall ausgerufen.

mamk/Reuters