Bundesweiter Protest Conti-Belegschaft macht mobil

Die Continental-Mitarbeiter kämpfen gegen die Sparpläne des Managements. Mit einem bundesweiten Aktionstag wollen die Beschäftigten des Autozulieferers heute gegen den umstrittenen Kurs des Vorstandes protestieren.


Hannover - Dem Reifenhersteller Continental Chart zeigen drohen heute an allen Standorten Arbeitnehmerproteste. Geplant sind Betriebsversammlungen und Kundgebungen. Die Gewerkschaft IG BCE erwartet mindestens 3000 Beschäftigte an 26 Conti-Standorten. Die Proteste richten sich gegen die Verlagerung von Produktionsteilen in Billiglohnländer sowie die geplante Schließung der Pkw-Reifenfertigung am Conti-Stammsitz in Hannover-Stöcken.

Winterreifenmontage bei Continental: Arbeitnehmer attackieren Sparkurs

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Der Vorsitzende der Gewerkschaft IG BCE, Hubertus Schmoldt, hat im Streit um die geplante Standortschließung den Stil von Conti-Chef Manfred Wennemer kritisiert. "Wennemer ist dabei sich von dem zu verabschieden, was jahrelang Praxis bei Continental war: Offen und fair miteinander umzugehen", sagte Schmoldt der "Bild"-Zeitung. Er habe nur "begrenzte Hoffnung", dass der Continental-Chef in seinem Vorgehen noch gestoppt werden könne.

Continental setzt im Streit um die geplante Schließung der Reifenfertigung am Stammsitz weiter auf eine einvernehmliche Lösung. "Wir sind unverändert gesprächsbereit", sagte gestern ein Unternehmenssprecher. Es gebe Varianten für eine gemeinsame Lösung.

Die Stöckener-Belegschaft solle heute auf einer Betriebsversammlung von der Geschäftsleitung über Standortthemen informiert werden. "Wir gehen davon aus, dass auch die Arbeitnehmervertreter den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen", hieß es aus der Konzernzentrale.



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